Ortenbergschüler von 1963 trafen Klassenlehrerin wieder

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Gruppenbild mit Schiefertafel: Kostbarkeiten aus ihrer gemeinsamen Kindheit hatte Hans Becker (links, mit Zuckertüte im kleinen Bild rechts) zum Klassentreffen 51 Jahre nach Einschulung mitgebracht. Mitten unter ihnen saß die 95-jährige Klassenlehrerin Alwine Theil (Mitte).

Frankenberg. Klassentreffen voller Kindheitserinnerungen sind Normalität. Aber dass nach 51 Jahren die 95-jährige Klassenlehrerin Alwine Theil mit großer geistiger Frische, fröhlicher Herzlichkeit und einem Schulheft voller pädagogischer Bemerkungen über jedes einzelne Kind von damals mitten unter ihnen sein konnte – das war doch etwas ganz Besonderes.

Es wurde daraus eine nostalgische Rückschau auf ein Stück Frankenberger Schulgeschichte.

Sie trafen sich an festlich gedeckten Tischen im Restaurant „Wieners“ im Teichweg und erinnerten sich an ihre Einschulung am 18. April 1963. Hans Becker, Gymnasiallehrer in Hünfeld und aktiver Historiker im Frankenberger Geschichtsverein, hatte die Organisation des Treffens übernommen und sorgte von Beginn an für ein tiefes Eintauchen in die Kindheitsgeschichte: Er brachte seinen kleinen Schulranzen mit, gekauft bei Leder-Himmel für den aufregenden ersten Schultag, außerdem die Schiefertafel mit dem letzten Diktat, das Grundschullehrerin Theil der Klasse gegeben hatte, bevor dann Schulhefte aus Papier angeschafft wurden.

Aus seinem Heimatkundeheft („mein Lieblingsfach“) klappte Hans Becker das aus Papier geschnittene Modell des Klassenraums in der Hainstraße (heute Jugendhaus) auf, wo damals aus Raumnot mehrere Klassen der Frankenbergere Ortenberg- und Burgwaldschule untergebracht waren. Er hatte auch die erste Lesefibel dabei und gab Kostproben vom Rollenbild der damaligen Zeit: „Mütterchen hat viel zu tun, immer schaffen, immer sorgen...“

„Wir danken Ihnen, dass Sie die Grundlagen für unsere Bildung und unseren weiteren Lebensweg gelegt haben“, sagte der Ehemaligensprecher und wandte sich an die 95-jährige Alwine Theil. Sie wiederum erfreute ihre „I-Männchen“ von 1963/64 mit Aufzeichnungen und Erinnerungen an eine Zeit, in denen die Kurzschuljahre besondere Ansprüche an Lehrerin und Schüler stellten. Insgesamt 44 Jahre war Alwine Theil bis 1983 im Schuldienst.

Unter den Gästen des Klassentreffens war auch der pensionierte Lehrer Dieter Blum, der die Grundschulklasse in den Anfangsjahren seines Berufslebens ein Stück weit begleitet hatte.

Quelle: HNA

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