Frankenberg

Ehepaar fordert Notarztwagen für Kinder

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- Frankenberg (da). Iris und Frank Krummel setzen sich nach dem Tod ihrer Tochter für einen Kinder-Notarztwagen ein. Das Ehepaar fordert geschultes Personal im Umgang mit kleinen Patientenundhat dafür eine Unterschriftenaktion ge­startet.

Das hölzerne Gitterbettchen ist leer. Ein paar rosa Kleidungsstücke liegen auf der Matratze. Doch ein Kinderlachen ist nicht mehr zu hören. Denn die kleine Kimberly Joelle, die in dem Bett so oft geschlafen, geweint und gelacht hat, ist tot. Es ist der 20. Februar, ein Sonntag. Der kleinen Kimberly Joelle geht es nicht gut. Ihre Mutter Iris Krummel geht mit dem 17 Monate alten Kleinkind zum notdiensthabenden Arzt. Doch der Zustand des Mädchens verschlechtert sich.

„Der Arzt ging zunächst von einer Dehydrierung aus“, sagt Iris Krummel. Das Mädchen muss nach Marburg in die Kinderklinik. Begleitet von ihrer Mama, Notarzt und Rettungsassistenten, wird Kimberly Joelle im Rettungswagen gefahren. Doch das Kind kann nicht gerettet werden. Wenige Stunden nach der Ankunft in Marburg stirbt das Mädchen. Vermutlich an einem bakteriellen Infekt, sagt Iris Krummel.

Für sie und Ehemann Frank ist seitdem kein Tag mehr wie vorher. „Sie war mein Engel“, sagt Iris Krummel. Kimberly Joelle war das jüngste von fünf Kindern – die anderen vier sind Jungen. Iris Krummel weiß, dass ihr kleines Mädchen nicht mehr zurückkommt. Doch sie will, dass anderen Eltern im Frankenberger Land ein solches Schicksal erspart bleibt, und setzt sich deshalb für eine bessere Versorgung kranker Kinder ein.

Ihr Ziel: In Frankenberg soll ein Kinder-Notarztwagen stationiert werden, zumindest müsse im Kreiskrankenhaus eine Kindernotfallstation eingerichtet werden. „Man kann vielleicht anderen Kindern helfen“, hofft Iris Krummel auf Erfolg. Gespräche mit anderen Eltern seien nämlich erschreckend gewesen, berichtet die 30-Jährige. „Ich habe oft gehört, dass Kinder hier im Krankenhaus abgewiesen und nach Marburg geschickt werden“, sagt sie. „Viele haben ganz ähnliche Situationen erlebt.“

Auch auf der Fahrt im Rettungswagen nach Marburg hat sich Iris Krummel unwohl gefühlt, Notarzt und Rettungsassistent – so ihr Eindruck – hätten wenig Erfahrungen mit Kindern gehabt. Ob Kimberly Joelle hätte gerettet werden können, weiß sie nicht. In der nächsten Woche trifft sie sich mit Kinderärzten der Marburger-Uniklinik, um mit ihnen über das Schicksal des kleinen Mädchens zu sprechen. Sie fordert geschultes Personal, das Erfahrung mit kleinen Patienten hat. „Ich möchte andere Eltern davor bewahren, das Gleiche durchmachen zu müssen.“ Ehemann Frank pflichtet ihr bei. „Es kann sich keiner in unsere Lage versetzen.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 25. März

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