Gema und die Beatles

"Ehrenamt wird mit Füßen getreten"

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Musikfan Günter Wack aus Battenberg hat nicht nur alle Platten und Singles, sondern viele weitere Exponate aus der Zeit der „Fab Four“ gesammelt. Er zeigt sie in einer Sonderausstellung ab 26. Mai im Stadtmuseum.

Battenberg - Die Beatles haben Musikgeschichte geschrieben. In einer Sonderausstellung im Battenberger Museum sind wertvolle Ausstellungsstücke der "Fab Four" zu sehen. Doch die komplett ehrenamtlich organisierte Memorabilien-Schau droht finanziell ein Minus-Geschäft zu werden, weil die die Rechteverwerterin Gema rund 500 Euro einfordert.

Eine Beatles-Ausstellung ohne Musik ist völlig undenkbar. Sie soll die Ausstellung im Heimatmuseum ergänzen, in der Günter Wack ab 26. Mai zahlreiche Exponate aus seiner Sammlung zeigen will: Autogramme, Bilder, Plakate, Kuriositäten und sämtliche Singles und Platten der legendären Briten. Gemeinsam mit Museumsleiterin Elisabeth Skupin bereitet er derzeit die Sonderschau vor.

„Wir haben eine Musikbox aus den 60er Jahren aufgetrieben“, berichtet Günter Wack. An der können sich die Besucher ihre Lieblingssingle abspielen lassen. Doch dafür will die Gema Geld sehen: „15 Euro pro Veranstaltungstag.“ Das klingt zunächst nach wenig, würde sich aber bis Ende Oktober auf fast 500 Euro summieren, sagt Wack. Die Nachricht von der Gema habe ihn „maßlos geärgert“. Schließlich werde die Ausstellung komplett ehrenamtlich organisiert, der Eintritt sei frei, die Helfer betreuen die sonntags geöffnete Schau unentgeltlich. „Ich habe nichts gegen die Gema“, betont Günter Wack. „Es ist wichtig für die Musiker. Wir wären bereit, einen Beitrag zu zahlen. Aber das ist übertrieben.“

Immer wieder sorgt die Gema für Proteste - im vergangenen Jahr mit einer geplanten Gebührenreform, die Konzertveranstalter und Discobetreiber deutlich stärker belasten würde. Wegen zahlreicher Protestaktionen hat sich der Rechteverwerter bislang mit den Änderungen nicht durchsetzen können.

Günter Wack kennt sich aus in dem Metier. In den 80er Jahren war er Mitorganisator der Battenberger Oldie-Nights. Als Vorsitzender des „Cultur-Clubs“ holt er zweimal jährlich professionelle Coverbands in die Burgberghalle. Er kennt die oft horrenden Preise, die die Gema verlangt. „Wir wollen bei den Konzerten keinen hohen Eintritt nehmen“, sagt Wack. „Aber eigentlich müssten wir das. Denn die Gema fordert einen Betrag, der uns wehtut.“ Finanziert wird das über den Umsatz am Abend.

Doch noch mehr ärgert ihn das Verhalten der Gema bei der geplanten Sonderschau. „Wir nehmen ja kein Geld ein. Die Leute gehen durch und spenden vielleicht mal was. Wir können höchstens probieren, Sponsoren aufzutreiben.“ Auf keinen Fall würden die Gebühren auf die Helfer umgelegt.

Wack sieht in der Forderung eine Schwächung des Ehrenamts. „Die Leute opfern ihre Zeit und sollen dann noch dafür bezahlen. Hier wird das Ehrenamt mit Füßen getreten.“ Er will an die Gema schreiben, glaubt aber nicht an einen Erfolg. „Die ziehen das konsequent durch.“

Dennoch freut sich Günter Wack auf die Ausstellung, die - Gema hin oder her - stattfinden wird. Der 59-Jährige sammelt seit seiner Jugend alles rund um Musik. Anders als die meisten Musikfans seiner generation hat er sich nie zwischen den Beatles oder Rolling Stones entschieden: „Ich war immer Fan von beiden.“ In seinem Fundus hat er unter anderem 78 Beatles-Singles, alte Plakate, eine goldene Schallplatte, außerdem Kofferradios, Plattenspieler und Tonbandgeräte.

Ergänzt werden soll die Schau durch einzelne Aktionen wie Konzerte. Unter anderem wird der Film „Der Tag, an dem die Beatles beinahe nach Marburg kamen“ gezeigt. Als Besucher hat sich unter anderem ein englischer EU-Wirtschaftsreferent als Vertreter der britischen Regierung angekündigt.

Die Ausstellung beginnt am 26. Mai und ist bis zum 27. Oktober sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Vereinbarung möglich.

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