Ehrenbrief für Rosenthaler Helmut Ruckert

Ehrenamtliches Engagement gewürdigt

+
Ehrung durch Kreis, Stadt und Sozialgericht: Helmut Ruckert (3. v.l.) erhielt für sein vielseitiges ehrenamtliches Engagement den Ehrenbrief des Landes Hessen. Seine Familie freute sich mit ihm.Foto: Malte Glotz

Rosenthal - Er war Stadtrat, ist Schiedsrichter bei den Waldarbeiter-Meisterschaften, ist in der Gewerkschaft aktiv, vor allem aber ist er ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Marburg: Helmut Ruckert aus Rosenthal hat den Landesehrenbrief erhalten.

Seine Familie hat nicht immer wirklich viel von Helmut Ruckert. Zu vielseitig ehrenamtlich engagiert ist der Rosenthaler. So ist es wenig verwunderlich, dass ihn Ehefrau Elke, die Töchter Natalie und Annika sowie Schwiegersohn Oliver Stracke zu diesem besonderen Termin begleiten wollten: Im alten Frankenberger Landratsamt erhielt Ruckert am Donnerstagabend den Landesehrenbrief des Ministerpräsidenten, überreicht durch Landrat Reinhard Kubat.

Vorgeschlagen hatte den 56-Jährigen Hans Heuser, Direktor des Marburger Sozialgerichts. So stand auch Ruckerts Tätigkeit bei eben diesem Gericht im Vordergrund. Seit 22 Jahren ist der Rosenthaler ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht. „Wir sind alles Fachmänner, und da wird man schnell auch mal zum Fachidioten. Deshalb ist es wichtig, dass die Laienrichter ihren gesunden Menschenverstand in die Verhandlung und in die Urteile mit einfließen lassen“, erklärte Heuser die Bedeutung des Ehrenamtes im Gerichtswesen. Im Gegensatz zu vielen der gekommenen und gegangenen freiwilligen Richter sei auf Ruckert beständig Verlass: „Er kommt immer, wenn man ihn braucht“, sagte Heuser.

Neben seiner Tätigkeit für das Sozialgericht ist Ruckert auch anderweitig ehrenamtlich engagiert. So war er von 1997 bis 2001 Erster Stadtrat Rosenthals und danach zwei weitere Jahre als Stadtrat tätig. So gratulierte ihm im Namen der städtischen Gremien auch sein Amtsnachfolger Erich Kirchhainer. Da Ruckert selbst als Forstwirtschaftsmeister tätig ist, engagiert er sich auch in diesem Bereich: als Schiedsrichter bei den Waldarbeitermeisterschaften - in Frankenau, aber auch darüber hinaus.

Viele weitere Tätigkeiten in und um Rosenthal kommen hinzu. „Die Ehrenamtler sind häufig Mehrfachtäter“, sagte Landrat Reinhard Kubat. Dafür könne nicht genug gedankt werden. Wenn am fünften Tag der „Tag des Ehrenamtes“ sei, sei dieser Tag wichtig - „doch eigentlich ist es wie Muttertag: An diesem Tag gibt es eine Ehrung, dabei ist diese Arbeit jeden Tag ehrenswert“, sagte der Landrat. Er drückte seine Anerkennung für freiwilliges Engagement in Zeiten stetig sinkenden Engagements aus. Es sei positiv, dass in Zeiten klammer Kassen viele Aufgaben durch Menschen wie Ruckert übernommen werden, die sonst kaum zu finanzieren seien. „Sie begreifen Staat und Gesellschaft als öffentliche Aufgabe, die alle etwas angeht“, wandte er sich an Ruckert.

Der Dank des Landrats galt besonders auch der Familie des Geehrten, ohne deren Rückhalt und Verzicht auf Ehemann und Vater die geleistete Arbeit kaum zu vollbringen sei. An sie wandte sich auch der Geehrte selbst. Und versprach, ihnen künftig mehr Zeit zu widmen: „Nach zwei Infarkten habe ich erkannt, dass ich mehr Raum für mich schaffen muss“, sagte Helmut Ruckert mit Blick auf seine Gesundheit.

Er nahm die Ehrung aber nicht ohne unkritische Worte entgegen: Dass ehrenamtliche Arbeit immer seltener werde, schmerze ihn, sagte Ruckert. Deshalb wandte er sich an Kubat: „Da muss auch Geld in die Hand genommen werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare