Marburg will Weltkulturerbe werden – Bewerbung und Gutachten gestern übergeben

„Ein ambitioniertes Vorhaben“

Übergabe der Bewerbungsunterlagen: (von links) Gutachter Prof. Willem Frijhoff, Ulrich Narr (Stadt Tübingen), Prof. Dr. Katharina Krause (Präsidentin Philipps-Universität), Prof. Dr. Luise Hölscher (Staatssekretärin), Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel und Prof. Dr. Gerd Weiß (Präsident Landesamt für Denkmalpflege). Foto: Neumann/nh

Marburg. Jetzt ist es offiziell: Die Universitätsstadt Marburg hat sich unter dem Titel „Marburg – die Universität als kultureller Raum“ gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg gestern um die Aufnahme der Stadt in die Unesco-Welterbeliste beworben. In einer sogenannten seriellen Bewerbung hat sich Tübingen der Marburger Bewerbung angeschlossen. Oberbürgermeister Egon Vaupel sprach bei der Übergabe der Bewerbungsunterlagen von einem „ambitionierten Vorhaben“.

Grundlage der Bewerbung ist ein von Universitätshistoriker Prof. Willem Frijhoff erarbeitetes Gutachten. Er belegt darin, dass sich Marburg aufgrund seiner „einzigartigen engen Verbindung zwischen Universität einerseits und umgebender Stadt andererseits“ von anderen vergleichbaren europäischen Universitätsstädten unterscheide. Marburg habe sich in den fast 500 Jahren seit der weltweit ältesten noch bestehenden protestantischen Universitätsgründung faktisch zum Prototypen der europäischen Universitätsstadt entwickelt. Durch die gegenseitige Durchdringung von Stadt und Universität sei somit ein einzigartiger Kulturraum entstanden.

„Die wissenschaftliche Überzeugungskraft des Antrags ist der beste Beweis für seinen wichtigsten Inhalt, für die jahrhundertelange und aktuelle Symbiose von Universität und Stadt“, betont Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause.

Die Unesco hat als Grundlage für eine Bewerbung zehn Kriterien definiert, von denen für die Zulassung mindestens eines erfüllt sein muss. Laut Prof. Frijhoff erfülle Marburg mindestens drei dieser Kriterien. Für die Landesregierung nahm Prof. Dr. Luise Hölscher, Staatssekretärin im Finanzministerium, den Antrag entgegen.

Bis zum 1. August 2012 kann jedes Bundesland bis zu zwei Vorschläge für eine Vorschlagsliste an die Kultusministerkonferenz einreichen. Im Jahr 2013 werden die Vorschläge aller Bundesländer von einer erstmalig eingesetzten Expertengruppe auf die Einhaltung der Grundbedingungen der Unesco sowie auf die Erfolgsaussichten hin geprüft. Das Auswärtige Amt leitet schließlich eine Liste der aussichtsreichen Bewerbungen an die UNESCO weiter. (nh/jpa)

Quelle: HNA

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