Pfarrer Kopania predigt in Frohnhäuser Kirche

"Ein Stück weit nach Hause kommen"

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Frank Kopania kehrte am Sonntag in „seine“ Frohnhäuser Kirche zurück, in der er ordiniert worden war. Zehn Jahre lang, von 1998 bis 2008, war er Pfarrer in Frohnhausen, Eifa und Oberasphe.Foto: Mark Adel

Battenberg-Frohnhausen - Am 10. August 2008 hat sich Frank Kopania aus dem Kirchspiel Eifa, Frohnhausen und Oberasphe verabschiedet. Nach fünf Jahren in Florida ist er zurückgekehrt - und hat am Sonntag wieder in "seiner" Kirche gepredigt.

In Frohnhausen spricht Frank Kopania vom „Zuhause“. Die Verbundenheit ist groß: Zehn Jahre hat er im Dorf gelebt, war Pfarrer für Frohnhausen, Oberasphe und Eifa. Zuvor hatte er sein Vikariat in Dexbach/Engelbach absolviert, also ganz in der Nähe. „Es ist ein Stück weit ein Nachhausekommen“, sagt er über seinen Besuch.

Zwei Gottesdienste hat er am Sonntag gehalten: Erst in Oberasphe, dann in Frohnhausen - in jener Kirche, in die er ordiniert wurde und zu der er deshalb auch eine besondere Beziehung hat. „So was begleitet ein Leben lang. Das ist Heimat, das ist Wohlfühlen, das ist ein Stück weit nach Hause kommen.“ Ebenso wie die Gemeinde, denn gerade in Frohnhausen als Wohnort war Kopania zehn Jahre lang in die Dorfgemeinschaft eingebunden und hat bis heute viele freundschaftliche Kontakte dorthin.

Offiziell war er eine normale Vertretung und will als solche künftig häufiger, möglicherweise sogar einmal monatlich, als Vertretung in Kirchen im Oberen Edertal auf der Kanzel stehen: „Das habe ich dem stellvertretenden Dekan Stefan Peter so mitgeteilt.“ Derzeit lebt Kopania bei seinen Eltern in Hungen, etwa 45 Autominuten vom Oberen Edertal entfernt. Nach dem Gottesdienst hielt er beim Seniorennachmittag im Dorfgemeinschaftshaus einen Vortrag über seine Zeit in Miami.

Als „assistant pastor“ war er dort seit 2008 Seelsorger für die deutschsprachigen Mitglieder einer lutherischen Gemeinde. Seit dem 1. Oktober ist er wieder in Deutschland und war zunächst vier Wochen lang Vertreter eines Pfarrers in Westhofen bei Worms. „Zum Ankommen fand ich das wirklich gut“, sagt er. In den USA war er viel unterwegs, in Deutschland wartete zunächst die bodenständige Gemeindearbeit. Seit dem 1. November ist Frank Kopania Kirchenrat in Darmstadt und dort zuständig, in Abstimmung mit den Pröbsten Orte für Pfarrvikare zu suchen. Seine Referatsleiterin war vor ihm Vikarin in Dexbach/Engelbach. 2008 hatte sich Kopania für das Amt des Dekans in Biedenkopf beworben, wegen der bevorstehenden Sendung durch die Evangelische Kirche Deutschland nach Miami aber wieder zurückgezogen.

In den USA blieb er einem Thema treu, dass er in seiner Zeit im oberen Edertal intensiv verfolgt hat: Die Notfallseelsorge. Unter anderem half er bei der Ausbildung eines ehrenamtlichen Teams und arbeitete dabei mit dem Honorarkonsul in Miami zusammen. Die Zeit in Miami sei wertvoll gewesen. „Ich habe einen ganz bewussten Blick von außen auf die Heimat bekommen und Einblicke in andere Kirchen erhalten“, sagt er. „Oft sieht man erst mit Abstand, wie gewinnbringend es in der Heimatkirche ist.“

An solchen Erfahrungen sei die Landeskirche interessiert und fördere das. Auch für die Familie sei es eine gute Erfahrung gewesen. Die bleibt noch bis Sommer 2014 in Miami, weil seine Tochter dort den High-School-Abschluss anstrebt. Alle sechs bis acht Wochen fliegt Kopania in die USA zu seiner Familie.

Frank Kopania war am Sonntag nicht der einzige Rückkehrer: Andreas Luipold war ebenfalls zu Gast im Gottesdienst. Er hatte unter Frank Kopania sein Pfarrvikariat im Kirchspiel absolviert.

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