Ausstellung bis Mittwoch in Frankenberg

Einblicke in den muslimischen Glauben

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Safir Ahmad von der muslimischen Gemeinde „Ahmydiyya Muslim Jamaat“ führt Besucher heute durch eine Ausstellung über Geschichte und Gegenwart des Islam in der Frankenberger Kulturhalle.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Eine Ausstellung über die Geschichte und die Gegenwart des Islam ist noch bis Mittwoch um 19 Uhr in der Frankenberger Kulturhalle zu sehen. Ein Vortrag um 18.30 Uhr rundet das Themenspektrum ab.

Die muslimische Gemeinde „Ahmydiyya Muslim Jamaat“ informiert seit Montag in der Frankenberger Kulturhalle über ihre Religion. Vorträge und übersichtliche Informationstafeln mit anschaulichen Bildern und Auszügen aus dem Koran sollen der muslimischen Gemeinde helfen, Ängste und Vorurteile abzubauen.

Safir Ahmad führt Besucher seit Montag durch die Ausstellung und beantwortet Fragen. Bis Mittwoch können Interessierte sich die Schautafeln von 11 Uhr bis 19 Uhr anschauen. Bisher sei die Resonanz laut Ahmad nicht sehr groß gewesen. Schulen des Kreises habe die Gemeinde angeschrieben und zur Ausstellung geladen - Rückmeldungen habe es nicht gegeben und bisher auch keine Besuche. „Das ist schade. Wir haben uns mehr erhofft. Gerade weil derzeit die Salafisten stark in den Medien vertreten sind“, sagt Ahmad. „Wir wollen unsere Facette des Glaubens präsentieren und damit alle Teile der Gesellschaft erreichen.“

Bei einem Vortrag am Montag haben etwa 25 Besucher über die Stellung der Frau im Islam diskutiert. Gehalten wurde der Vortrag von den weiblichen Mitgliedern der Gemeinde. Ein zweiter Vortrag folgt heute Abend um 18.30 Uhr. Thema ist die Friedenslehre im Islam.

Die Ausstellung in der Kulturhalle ist nach mehreren Themengebieten aufgeteilt. Eine der Schautafeln behandelt Allah - unter diesem Namen beten laut Ahmad nicht nur Muslime Gott an, sondern auch Christen in arabischen Ländern.

Eine weitere Tafel behandelt den Koran, der aus 6000 Versen besteht und zeigt Auszüge aus der Schrift. Fehlen darf auch nicht eine Kurzbiographie des Propheten Mohammed, der 571 in Mekka geboren wurde, und eine kurze Darstellung der beiden Heiligen Stätten des Islam: Die Kabaa in Mekka und die Propheten-Moschee mit dessen Grab in Medina.

Immer wieder falsch übersetzt sei der Begriff „Dschihad“, wie Ahmad erklärt. „Es gibt keinen Krieg der heilig ist und davon steht auch nichts im Koran.“ Vielmehr verstehe der Islam unter Dschihad den Kampf gegen das eigene Ego, die Verkündung des Koran und die Verteidigung, wenn ein Unschuldiger angegriffen werde. „Es geht nicht darum, Ungläubige zu töten.“

Nach Auffassung der muslimischen Gemeinde seien zudem weder Christen noch Juden ungläubig: „Die Moslems respektieren das Wort Gottes und auch die Bibel ist das Wort Gottes.“ Der Begriff Islam wiederum bedeute „Friede finden durch die Hingabe an Gott“ - laut Ahmad sei jemand, der nicht Friede, sondern Unruhe stiftet, daher kein wahrer Muslim.

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