Frankenberger Verbindung mit Brou in Frankreich besteht seit 45 Jahren

Eine der ältesten Partnerschaften

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Frankenberg - Eine Partnerschaft lebt von der Begegnung: Den 45. "Geburtstag" der Partnerschaft zwischen Brou und Frankenberg erlebten 24 Mitglieder der Frankenberger Partnerschaftsvereinigung gemeinsam mit 18 Burgwaldschülern in Begleitung ihres Lehrers Andreas Kringe und seiner Frau Françoise bei Gastfamilien in Brou.

Die Erwachsenen nutzten die Gelegenheit, ihre teilweise seit Gründung der Partnerschaft bestehenden Freundschaften zu vertiefen. Für die meisten Jugendlichen war es die erste Begegnung mit Menschen und Kultur in Frankreich.

Beim Empfang im Rathaus in Brou überreichten die deutschen Gäste eine zweisitzige Holzbank. Symbolhaft nahmen das Frankenberger Gründungsmitglied Heinz Müller und die Präsidentin des Comité de Jumelage de Brou, Michèle Herbault, darauf Platz: stets bereit zum Gespräch, die entspannte Partnerschaft weiterzuführen.

Die Freunde aus Brou hatten ein umfangreiches Programm für die beiden Tage vorbereitet. Einen interessanten Einblick in die französische Geschichte des 17. Jahrhunderts vermittelte die Führung durch das Wasserschloss Maintenon, dem Wohnsitz von Madame Maintenon. Sie hatte als letzte Mätresse großen Einfluss auf den Sonnenkönig Ludwig XIV, der mit ihr in 1683 eine 40 Jahre dauernde Ehe zur linken Hand einging.

Lebendiger wurde es beim Besuch der von Ludwig XVI. gegründeten „Bergerie Nationale“, einem Zentrum für experimentelle und nachhaltige Landwirtschaft in Rambouillet. Die verschiedenen Nutztierarten, unter anderem die berühmten Merinoschafe von Rambouillet, konnten bei einem Rundgang „hautnah“ erlebt werden.

Den Samstag verbrachten die Frankenberger bei ihren Gastfamilien. Am Abend fand das gemeinsame Erleben der Verbundenheit seinen Höhepunkt bei kulinarischen Genüssen in der alten Wassermühle von Cloyes-sur-le-Loir. Gäste und Gastgeber vereinten sich beim Tanzen und Gesang, begleitet von einer Live-Band.

In den Abschlussreden appellierten Michèle Herbault und Andreas Kringe an die Jugendlichen, die Partnerschaft weiter mit Leben zu füllen. Kringe erwähnte Michèle Herbault als Beispiel, die im gleichen Alter wie die Jugendlichen anläss-lich der Gründung der Partnerschaft am 1. Mai 1968 in Frankenberg war und immer die Idee ihres Vaters weitergeführt hat. Herbault betonte, dass die Partnerschaft von Brou und Frankenberg eine der ältesten der über 2000 deutsch-fran-zösischen Partnerschaften sei, und überreichte Kringe einen Bildband über die Kirchen der Region von Brou. Sie bedankte sich bei der Deutschlehrerin Anni Gaudichau, die ver-antwortlich für die Unterbringung der Jugendlichen war und für ihre langjährige Organisation des Schüleraustausches mit der Burgwaldschule.

In Vertretung für Elke Menke, der Vorsitzenden der Partnerschaftsvereinigung, bedankte sich Kringe bei den Gastgebern für die gute Vorbereitung des Treffens. Er blickte auf die Anfänge der Partnerschaft zurück, die auf französischer Seite von Maurice Leclair, dem Vater der jetzigen Präsidentin, ins Leben gerufen wurde und deren Fortbestand Anliegen aller sein sollte. Die Partnerschaftsvereinigung freut sich auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr.

Auf der Rückreise verließen die Schüler mit ihrem Lehrer Andreas Kringe und seiner Frau Françoise in Paris den Bus, um noch drei Tage die französische Hauptstadt zu erkunden. (r)

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