Königsschießen in Geismar

Eine Familie regiert Geismars Schützen

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Der neue Geismarer Hofstaat: das Königspaar Sandra Kempel und Michael Schween, der Jugendkönig Marcel Materna, das scheidende Königspaar Andreas Groß und Andrea Arnold (vorne, von links) sowie die beiden Ritter Karl-Heinz Schween und Martin Bornscheuer (hinten, von links).Foto: Malte Glotz

Frankenberg-Geismar - Die Hälfte des neuen Hofstaats der Geismarer Schützen kommt aus derselben Familie: Schützenkönig Michael Schween wählte seine Schwester Sandra Kempel zur Königin, Vater Karl-Heinz Schween ist erster Ritter.

Fest in einer Hand ist offensichtlich der Geismarer Schützenverein: Nachdem Michael Schween sich bereit erklärt hatte, den Vorsitz zu übernehmen, schoss er beim Königsschießen mit dem 131. Schuss den Vogel ab und regiert deshalb nun nicht nur im Vorstand, sondern auch als König. Als Königin wählte Schween seine Schwester Sandra Kempel. Auch der erste Ritter stammt aus der Familie: Vater Karl-Heinz Schween hatte sich bereits frühzeitig seinen Titel gesichert. Ergänzt wird die Königsfamilie durch den zweiten Ritter Martin Bornscheuer sowie durch den neuen Geismarer Jugendkönig Marcel Materna.Während einer feierlichen Inthronisierung übergab das scheidende Schützenpaar Andreas Groß und Andrea Arnold am Mittwochabend die Insignien an die Nachfolger, die waren zuvor im Schein von Fackeln und begleitet durch Musik des Geismarer Posaunenchores feierlich in das Schützenheim am Sportplatz eingezogen.

EhrenkreisschützenmeisterHelmut Engel lobte in seiner Ansprache zur Inthronisierung die Organisation des Königsschießens im Freien. Dieses sei in seiner Spannung kaum zu überbieten gewesen, hätten sich doch sieben Bewerber im Wettkampf gemessen. Vier kämpften schließlich um die Würde, als Martin Schween seinen entscheidenden Treffer setzte. Mit 114 Schuss hatte sich Karl-Heinz Schween seinen Titel gesichert, 267 Schuss brauchte Bornscheuer. Kürzer sei der vorangegangene Wettkampf um die Jugendkönigswürde gewesen: Vier Kandidaten hatten sich gestellt, Marcel Materna machte mit dem 69. Schuss alles klar.

Auch Kreisschützenmeister Jürgen Binzer und Ortsvorsteher Klaus-Peter Stein sprachen während der Inthronisierungsfeier Grußworte. Bürgermeister Rüdiger Heß hob die Tradition der heimischen Schützenvereine hervor. In Anspielung auf die Sexismus-Debatte um den Zug in den Listenbach sagte er, Traditionen seien wichtig und Vereine der Ort, wo sie aufrechterhalten würden. In Bezug auf Geismar lobte er, dass sich die Vereine gegenseitig unterstützten: Nils Ahlborns Posaunenchor sorgte bei der Feier wie beim Schießen für Musik, die Feuerwehr übernahm die Bewirtung und während des Schießens hatte auch die Kinderlandjugend für Unterhaltung gesorgt. „Für mich ist Geismar ein Dorf, das lebt“, sagte der Rathauschef.

Lebendig nahm der Abend nach der Inthronisierung dann auch seinen Lauf: Das Königspaar Michael Schween und Sandra Kempel eröffnete nach der Übergabe der Orden an die ehemaligen Würdenträger das Parkett mit einem schwungvollen Walzer.

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