Jede Woche ein Bild

Eine fotografische Reise durch das Jahr

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Suzka

Frankenberg - In jedem noch so winzigen Detail kann ein ganz besonderes Kunstwerk stecken. Das beweist die Hobby-Fotografin Susanne Engelhardt mit ihrem "Projekt 52".

Jede Woche ein Bild veröffentlichen - nicht irgend eins, sondern ein Bild mit einem gewissen ästhetischen, vielleicht sogar künstlerischen Anspruch - das kann in einigen Wochen ganz einfach sein und in anderen so schwer. Susanne Engelhardt kennt dieses Gefühl: "Manchmal ist schon Freitag und ich habe immer noch kein Bild im Kasten", sagt die Hobby-Fotografin. Dann steht sie unter Druck, denn sie hat ein klares Ziel: Sie will Ende 2012 genau 52 nicht ganz alltägliche Fotos veröffentlicht haben.

"Ich möchte das Jahr dokumentieren, festhalten wo ich war, was gewesen ist und was nicht gewesen ist", beschreibt sie ihre Motivation hinter dem Projekt, dass jeder weltweit online auf ihren Profilen bei Facebook oder Google+ verfolgen kann. "Außerdem muss ich mich dann zum Fotografieren zwingen", sagt sie und korrigiert den Begriff gleich wieder, schließlich sei die Fotografie ein Hobby, dass Spaß bereiten soll: "Wenn man keinen Grund hat zu fotografieren, muss man sich einen suchen."

Mit Bearbeitung oder auch ohne

Das tut sie und die Ergebnisse sind keinesfalls alltäglich. Sie zeigt den Edersee in seiner ganzen winterlichen Pracht, wirft einen etwas anderen Blick auf die Baustelle in der Bahnhofstraße oder zeigt den Frühling, wie er langsam aber sicher den Winter besiegt. Nicht immer entspricht dabei das, was auf dem Bild zu sehen ist dem, was Suzka - so ihr Künstlername - auch tatsächlich abfotografiert hat. "Wenn ich in einem Bild mehr sehe, merke: ‚da ist noch was‘, dann wird so ein Foto auch schon mal heftig bearbeitet", gibt sie zu. Dann werden Texturen über die Fotos gelegt, Objekte oder Menschen in Bilder eingefügt, Bereiche unscharf gemacht und mehr. Das ändern von Kontrasten oder Farbwerten hingegen - alles am Computer - gehört für sie zum ganz regulären Arbeitsprozess, fast wie früher, als Bilder noch von Film abgezogen wurden.

Zu dieser Zeit allerdings war Engelhardt der Fotografie noch nicht zugetan: "Das hat erst 2008 begonnen", erinnert sie sich. Sie war spazieren, hatte eine kleine Kamera in der Tasche und machte ein paar Fotos - zu Hause war sie von deren Qualität überrascht: "Ich wusste nicht, dass ich ein Talent dafür habe". Wenig später brachte der Postbote die erste im Internet ersteigerte digitale Spiegelreflexkamera und eine Passion war geboren. Eine Passion, die sich schnell auch über das Arbeiten mit der Kamera hinaus ausweitete: "Wer fotografiert bekommt einen anderen Blick, selbst wenn er die Kamera nicht dabei hat."

Außergewöhnlicher Blick auf Alltägliches

Dieser andere Blick richtet sich bei Susanne Engelhardt nicht, wie bei manchem ähnlich ambitionierten Fotografen, auf die großen Dinge in der weiten Welt, sondern auf dass Alltägliche, das Kleine, das tausendmal Gesehene und doch nie Entdeckte. "Am Hotel Ratsschänke etwa hing an einer Art Tür jahrelang eine Metallkette. Da geht man so oft dran vorbei und nie sieht man sie" - irgendwann allerdings hat sie sie gesehen, fotografiert und damit verewigt: Die Kette ist inzwischen verschwunden.

"Man findet seine Motive direkt vor der Haustür, manchmal sogar in der Wohnung, man muss nur die Augen offenhalten", ist Suzka überzeugt. Manchmal muss es aber doch ein größeres Motiv sein, das Planung erfordert: Als sie etwa die Walkemühle bei Nacht fotografierte, musste sie in einen Straßengraben klettern - bei minus zwölf Grad. "Bei Tageslicht hätte ich das nicht gemacht, weil ich dann gesehen hätte, wo ich drin stehe", erzählt sie und lacht. Doch das kleine Abenteuer hat sich gelohnt - das Bild ist ein Höhepunkt ihrer Galerie.

http://www.suzka-art.dehttp://www.facebook.com/SuzkasArt

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