Heideblütenfest in Altenlotheim lockt mehr als 1000 Besucher auf die Heideflächen

Eine Frau für das Wacholdermännchen

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Frankenau-Altenlotheim - Das Wacholdermännchen hat seit gestern eine Frau: Beim Heideblütenfest ehelichte das Fabelwesen seine Angebetete - gleich mehrfach, damit die Besucher der Trauung beiwohnen konnten.

Die „Hochzeit“ des Wacholdermännchens war eine der Attraktionen beim zehnten Heideblütenfest im Nationalparkdorf Altenlotheim. Mehr als 1000 Besucher bevölkerten die circa 30 Stände rund um das Dorfgemeinschaftshaus oder nahmen an naturkundlichen Führungen zu den Wacholderheiden teil. Zum zehnten Mal setzte das Nationalparkamt als Veranstalter die Landschaft rund um Altenlotheim in Szene. Bunte Schmetterlinge, blühende Heide, zirpende Grillen und das Wacholderpärchen - das Heideblütenfest war ein Erlebnis für Alt und Jung.

Auf der Rundtour über das „Hainchen“ gab es mehrere Stationen. Kerstin Ziegler stellte in einem Glasschaukasten ein Honigbienenvolk vor. Dr. Hans-Peter Reike präsentierte die faszinierende Welt der Käfer. Er hatte am Samstag bereits eine Exkursion geleitet. Andrea Nagel zeigte neben einer kleinen Schafherde am Spinnrad die Verarbeitung von Schafwolle. Motorsägenkünstlerin Katrin Förster schnitt aus einem Kiefernstumpf eine Luchsfigur aus. Hildegard Tausch zog Kinder und Erwachsene als Märchenhexe in ihren Bann.

Höhepunkt waren Volker Nagel und Gudrun Knoche als Wacholderpärchen. Sie naschten von den blauen Beeren, „stachelten aneinander“ und versprachen sich mit einer Hochzeit 1000-jährige Treue. Zuvor ließen sie Themen der vergangenen Heideblütenfeste Revue passieren.

Nationalparkführerin Rita Wilhelmi leitete eine Exkursion in holländischer Sprache. Wildkräuterpädagogin und Naturparkführerin Annerose Schmid ging mit zahlreichen Gästen auf Wildkräuterexkursion. Bei einer Heide-Rallye des Nationalparkamtes lösten die meist jungen Teilnehmer knifflige Aufgaben an fünf Stationen. Im Dorfgemeinschaftshaus informierte Hessen-Forst über 300 Jahre Nachhaltigkeit im Wald. Der Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises stellte bei Erntewetter Getreidearten vor. Viel Beachtung fanden auch Hühner, Enten und Kaninchen bei einer Kleintierausstellung. Kinder kamen bei weiteren Angeboten auf ihre Kosten: Nass-Filzen mit Schafwolle, Button-Maschine mit Tiermotiven oder Kinderschminken mit Ruth Heinemann.

Vielseitig war auch das kulinarische Angebot: Während die selbst gebackenen Torten und Kuchen der Altenlotheimer Landfrauen im Dorfgemeinschaftshaus reißenden Absatz fanden, dufteten draußen Räucherforellen, Hausmacherwurst oder Gyros. Ziegenkäse, Milchshakes, Bauernhofeis, Obst und Gemüse oder selbst gemachte Säfte und Liköre fehlten im regionalen Angebot nicht. Tondekorationen, Holzbastelarbeiten, Trockenblumen, Magnetschmuck und Vogelhäuschen fanden ebenfalls guten Absatz. Mit einem Informationsstand war der Verein „Freunde der Quernst“ vertreten.

Krönender Abschluss war das Schaflotto mit insgesamt 100 Teilnehmern. Volker Nagel stellte die tierische Lottofee. Neun Spieler freuten sich über wertvolle Preise - von einer Planwagenfahrt für 15 Personen bis zum Bildband über den Nationalpark. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Frankenauer Blaskapelle unter der Leitung von Hermann Bischoff.

Von Frank Seumer

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