Kreiskrankenhaus Frankenberg

Eine neue Spezialistin für das Herz

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Geschäftsführer Christian Jostes stellt die neue Chefärztin für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus in Frankenberg vor. Dr. Elisabeth Pryss übernimmt die kardiologische Weiterentwicklung der Abteilung.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg - Mit Dr. Elisabeth Pryss hat das Frankenberger Kreiskrankenhaus eine Chefärztin eingestellt, die Fachfrau auf dem Gebiet der invasiven Kardiologie ist. Gemeinsam mit Dr. Thomas Ludolph teilt sie sich die Nachfolge des langjährigen Chefarztes für Innere Medizin, Dr. Harald Schmid.

Herzspezialistin Dr. Elisabeth Pryss ist seit vier Wochen Chefärztin der Inneren Medizin im Kreiskrankenhaus und hat einigen Ideen mitgebracht, um die Behandlungsmöglichkeiten für Herzpatienten in Frankenberg zu erweitern. „Erstmal muss ich Fuß fassen und dann gibt es viele Dinge zu tun“, sagt sie. „Aber dafür bin ich ja da.“

Pryss möchte vor allem die Kardiologie so ausbauen, dass möglichst viele Untersuchungen in Frankenberg gemacht werden können. „Diese Erkrankungen betreffen meist ältere Patienten“, sagt sie. „Bisher müssen sie oft lange Strecken fahren“.

Die geborene Medebacherin ist eine von zwei neuen Chefärzten der Inneren Medizin. Zuvor hatte Dr. Harald Schmid die Stelle viele Jahre inne und seine Abteilung geprägt. Weil Schmid selbst Kardiologe ist, war die Innere Medizin in Frankenberg laut Geschäftsführer Christian Jostes stark kardiologisch ausgerichtet. Mit der Einstellung von Chefarzt Dr. Thomas Ludolph holte die Klinikleitung sich einen erfahrenen Gastroenterologen, also einen Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen, ins Haus. Der kardiologische Bereich der Inneren Medizin blieb zunächst unbesetzt - bis Pryss vor vier Wochen die Stelle übernahm.

„Wir versprechen uns mit Dr. Pryss einen deutlichen Aufstieg in diesem Bereich, denn die kardiologischen Erkrankungen nehmen immer weiter zu“, erklärt Jostes. Die Klinikleitung hatte sich für eine Teilung der Stelle von Schmid entschieden, weil die Medizin sich immer weiter entwickelt. „So werden wir der hochgradigen Spezialisierung gerecht“, sagt Jostes. „Eine Person kann das gesamte Spektrum der inneren Medizin nicht mehr abdecken.“

Pryss teilt sich die Leitung der Abteilung gleichberechtigt mit Ludolph. Sie verfügen über 101 Betten. „Also etwa 50 Betten für jeden Bereich. Wir werden die Abteilung aber gemeinschaftlich führen und weiterentwickeln“, sagt Pryss. Eine deutliche Trennung der Kardiologie und der Gastroenterologie sei derzeit nicht geplant.

Pryss arbeitet neben Ludolph mit fünf Fachärzten und weiteren Assistenzärzten zusammen. Auch beim Personal möchte sie ausbauen: Sie plant mit weiteren Assistenzärzten und jeweils einem Oberarzt für die Gastroenterologie und die Kardiologie. Die Ausbildung in Kooperation mit der Marburger Universität will Pryss erhalten und intensivieren. „Es ist schön, dass so viele junge Ärzte hier arbeiten und lernen. Deshalb liegt mein Fokus auch auf der Ausbildung.“

Für den Ausbau der Kardiologie bringt die neue Chefärztin gute Voraussetzungen mit: Seit 2009 half sie in einem Krankenhaus in Prignitz, die Abteilung für Herzerkrankungen neu aufzubauen. Das habe in den vergangenen vier Jahren sehr gut geklappt. „Jetzt war es an der Zeit für einen Wechsel und eine berufliche Weiterentwicklung“, erklärt sie.

Neben ihrer medizinischen Spezialisierung ist Pryss laut Jostes wegen eines weiteren Studienganges sehr gut für die neue Position geeignet: Sie hat 2011 einen Master im Krankenhausmanagement gemacht. „Zwischen Ärzten und dem Management steht oft eine gläserne Wand. Ein Arzt kann heute eigentlich nicht mehr gut arbeiten, ohne zu wissen, was auf der anderen Seite passiert“, sagt Pryss. Deswegen schaue sie durch ihr Studium über den Tellerrand - um ein Verständnis für die ökonomische Seite zu haben. „Im Vordergrund steht aber immer der Patient“, betont die neue Chefärztin.

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