Burgwald

Eine Woche Hollywood in Ernsthausen

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- Ernsthausen (csc). „Auf Position, Kamera und Action“ hieß es in dieser Woche bei den Ernsthäuser Grundschülern: Die vier Klassen der Schule drehten insgesamt acht Filme.

Das Medienprojektzentrum „Offener Kanal“ aus Kassel unterstützte die Grundschule bei dem Filmprojekt und stellte die Ausrüstung kostenlos zur Verfügung. Am Montag waren die Schüler erst einmal mit dem Schreiben ihrer Drehbücher beschäftigt. „Wir ließen den Kindern hierbei völlig freie Hand. Wir haben nur Hilfestellung geleistet“, sagt Schulleiterin Heike Ernst. „Wir wollen die Schüler beraten und ihnen nichts vorsetzen“, ergänzt Frank Weiershäuser, Mitarbeiter des „Offenen Kanals“. Mit drei Kollegen war er die Woche über in Ernsthausen.

Während sich die beiden ersten Jahrgangsstufen an einem Trickfilm versuchten, drehten die Schüler der dritten und vierten Klasse einen Realfilm. Die Mitarbeiter des „Offenen Kanals“ zeigten den Kindern in einem Kamerakurs die Grundlagen des Filmens und erklärten ihnen das Schnittprogramm – dann durften die Grundschüler selbst loslegen.

Die ersten und zweiten Klassen bastelten Kulissen, Figuren und Gegenstände, die sie in ihrem Film verwenden wollten. Dann legten sie diese auf einen farbigen Hintergrund und fotografierten das Bild. Anschließend veränderten sie kleine Teile der Szene: Ein Männchen rutschte weiter nach rechts, ein Vogel flog weiter nach oben – dann wurde wieder ein Foto geschossen. So lernten die Kinder, wie die Trickfilme gemacht werden, die beispielsweise beim Sandmännchen laufen. „Das Fernsehgucken der Kinder hat sich sofort am ersten Tag verändert“, sagte Lehrerin Angelika Müller-Engel. Sie wüssten nun, wie diese Filme gemacht werden. Eine Gruppe erzählte die Geschichte von zwei Hasen und einem Astronauten, die sich gegenseitig ihr Zuhause zeigten, eine andere Gruppe schickte ihre Protagonisten auf Schatzsuche. Schnell stellte sich für die Kinder heraus, dass das Drehen von Filmen nicht nur Spaß bedeutet, sondern sie auch vor Herausforderungen stellt. Schließlich erforderten die Aufnahmen Konzentration, Geduld und Zusammenarbeit.

Die Jahrgangsstufen drei und vier drehten kleine Spielfilme. Auch dabei gingen die Konzept­ideen der Schüler weit auseinander: Während eine Gruppe­ eine Horrorgeschichte aufnahm, entschieden sich andere Gruppen für einen Krimi oder eine Komödie. Kostüme und Szenen hatten sich die Kinder selbst überlegt. „Jeder konnte mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen, dass der Film funktioniert“, sagte Weiershäuser. So zeigten manche Schüler Talent zum Filmen, andere zum Schauspielern und wieder andere haben den großen Überblick. „Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder mit den Programmen umgehen können. Das liegt, denke ich, an dem visuellen Blick, mit dem sie heute aufwachsen“, fuhr Weiershäuser fort, als er sich ansah, wie die Schüler ihren Film am Computer zusammenschnitten. Die fertigen Filme will die Schule am 20. März auf dem Schulcafé präsentieren.

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