Frankenberg

Eingängige und schnörkellose Songs

- Frankenberg (jos). Das Punk-Trio "Folxpunk" ist ursprünglich angetreten, um Musik der „Ärzte“ zu covern. Mittlerweile konzentrieren sich Matthias Richter, Michael Lemke und Gerd Mandel auf eigene Songs – mit Erfolg. Die Band schaffte es bei „Emergenza“-Wettbewerb in die Endrunde nach Frankfurt.

Für Musiker, die eigene Stücke schreiben, ist es ungleich schwerer an Auftritte zu kommen als für Coverbands. Doch wer über einen großen Bekanntenkreis verfügt, Kontakte zu anderen Bands pflegt und nicht müde wird, bei Veranstaltern vorzusprechen – der schafft es auch in ländlichen Regionen wie dem Frankenberger Land von der Garage auf die Bühne. Das Punk-Trio „Folxpunk“ ist dafür ein beinahe typisches Beispiel und derzeit offenbar auf Erfolgskurs. Die einschlägigen Lokale in der Region hat die Band mittlerweile „abgeklappert“. Doch auch darüber hinaus läuft es bei „Folxpunk“ bereits sehr gut in Sachen Auftritte. Bei dem internationalen „Emergenza“-Wettbewerb haben es die drei Frankenberger nach einem Gastspiel in Marburg jetzt sogar in die Endrunde geschafft – und sich damit einen Auftritt in der legendären Frankfurter „Batschkapp“ verschafft. Wenn auch „nur“ an einem Sonntag und mit etlichen weiteren Bands gemeinsam: Für Matthias Richter, Michael Lemke und Gerd Mandel ist es ein Riesen-Erfolg, demnächst auf der Bühne des Frankfurter Live-Clubs stehen zu dürfen. Am 25. April ist es so weit – und wenn sich noch weitere Interessenten finden, soll sogar ein Fan-Bus aus Frankenberg eingesetzt werden. Wenngleich der Spaßfaktor für die Punkrocker im Vordergrund steht, stecken sie doch viel Zeit und Energie in ihr Band-Projekt. Nach langer Suche haben sie in Oberasphe einen Probenraum gefunden, wo mindestens einmal wöchentlich gerockt wird. Etliche der Eigenkompositionen haben die Musiker mittlerweile aufgenommen. Die Songs von „Folxpunk“ erinnern stark an frühe Kompositionen der „Toten Hosen“. Schlichte Akkordfolgen, eingängige Melodien, harte Gitarrenriffs und treibende Schlagzeug-Beats prägen die schnörkellose Musik. Inhaltlich geht es in den Texten aus der Feder von Frontmann Matthias Richter um Liebe und Protest, manche Textzeile möchte man allerdings – pardon – als Plattitüde bezeichnen. Sprachlich driften die Punkrocker sozusagen standesgemäß gerne ins Fäkale ab. Schon in ihrem Band-Logo offenbaren die Musiker plakativ, dass sie provozieren wollen – mit einem „Stinkefinger“. Die Band wolle durchaus politisch sein, erklärt Schlagzeuger Gerd Mandel. Allerdings sei „Folxpunk“ weder links- noch rechtsextrem. Grundsätzlich seien die Songs als „Spaß-Punk“ zu verstehen, der allerdings an der ein oder anderen Stelle auch „auf Missstände in der Gesellschaft hinweisen soll“, so der 36-Jährige. Gegründet hat sich „Folxpunk“ vor gut einem Jahr – zunächst als „Ärzte“-Coverband. Ob Farin Urlaub oder Bela B.: Die Mitglieder der selbst ernannten „besten Band der Welt“ sind auch die musikalischen Vorbilder der „Folxpunk“-Rocker, sagt Gerd Mandel. „Folxpunk“-Songs entstehen in der Regel durch eine Idee von Sänger und Gitarrist Matthias Richter. Er schlägt seinen Bandkollegen Text, Melodie und Akkordfolgen vor – gemeinsam werden dann die Arrangements festgelegt, beschreibt Gerd Mandel den Prozess des Songschreibens. Wer „Folxpunk“ unterstützen will, fährt am Sonntag, 25. April, zum Auftritt in der Frankfurter „Batschkapp“. Dort entscheidet nämlich das Publikum darüber, wer in die nächste Runde des Wettbewerbs kommt und nach Berlin fahren darf. In der Hauptstadt entscheidet dann eine Jury aus Fachleuten. Wem der Weg nach Frankfurt zu weit ist, der kann „Folxpunk“ am 1. Mai das nächste Mal in der Region erleben: im Bistro „Zeit(t)raum“ in Burgwald.

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