Aschermittwochs-Empfang: Landrat Dr. Kubat lobt das ehrenamtliche Engagement

Einigkeit als Zauberwort

Gute Tropfen für Pfarrer und Landrat: Bürgermeister Karl-Friedrich Frese (Mitte) überreichte Kräuterlikör mit Gemeindewappen an Pfarrer Dr. Uwe Buß (links) und den Ehrengast, Landrat Dr. Reinhard Kubat. Foto: Müller

Bromskirchen. Leere Kassen, Bürgermeisterwahl vor der Tür: Kann man angesichts dessen überhaupt einen solchen Aschermittwochs-Empfang veranstalten? Kann man, beantwortete Bürgermeister Karl-Friedrich Frese gestern Abend die selbst gestellte Frage gleich zu Beginn: „Ein selbstbewusstes Gemeinwesen – und das ist Bromskirchen zweifellos – muss sein Wirken auch darstellen“, sagte er im Dorfgemeinschaftshaus Bromskirchen. Dies sei schließlich auch eine Gelegenheit, engagierten Mitbürgern zu danken.

Gemeinsam sei es gelungen, dass „Schiff Gemeinde“ im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 vom Kentern abzuhalten, sagte Frese – und das trotz Steuerausfällen von 40 Prozent. Zudem seien wichtige Projekte umgesetzt oder begonnen worden. Eines betonte er: Ohne die Menschen und Vereine sei die Zukunftsgestaltung für die Gemeinde nicht möglich. „Das Ehrenamt ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“

Positiver Ausblick

Für dieses Jahr befürchtet Frese zwar weitere Einnahmeausfälle für Städte und Gemeinden, blickt aber für Bromskirchen dennoch positiv voraus. Projekte stünden hier vor der Umsetzung: etwa der weitere Ausbau der Ortsdurchfahrt Bromskirchen und die Erweiterung des Kindergartens. In der Jugendpflege müsse die Gemeinde mehr tun, mahnte der Bürgermeister. Und: Der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit sei weiterhin wichtig.

Auf die Bedeutung von Zusammenarbeit ging auch der Ehrengast, Landrat Dr. Reinhard Kubat, ein. „Einigkeit macht stark, das ist die Zauberbotschaft“, sagte er. Das Ehrenamt und damit verbundene dörfliche Strukturen wolle man daher auf keinen Fall in Gefahr bringen. Deshalb werde man – trotz eines Jahresdefizits von 20 Millionen Euro im Kreishaushalt – auf nennenswerte Kürzungen bei freiwilligen Leistungen wie der Sportförderung verzichten.

Dies sei keine Sonntagsrede, wandte sich Kubat direkt an die Gäste. „Das ist der ernstgemeinte Dank“ Menschen, die sich engagierten – ob in der Feuerwehr, im Sportverein oder für den Dorfladen. Das Ehrenamt sei eine Stütze des gesellschaftlichen Lebens. Lob vom Landrat gab es auch für die örtliche Politik: Die Gemeinde sei wirtschaftlich gut aufgestellt.

Auch in der kommunalen Familie, sprich Landkreis und Kommunen, strebe man einen neuen Gemeinsinn an, ergänzte Kubat. Ein Zeichen dafür sei, dass der Kreis dieses Jahr trotz leerer Kassen nicht einfach die Umlage erhöhe, die dann die Städte und Gemeinden zu zahlen hätten. Insgesamt, so Kubat, sei eines wichtig: „Nicht resignieren, immer positiv nach vorne blicken.“

Pfarrer Dr. Uwe Buß betonte in seinem Redebeitrag, wie wichtig „echte Begegnungen“ wie dieser Empfang auch, oder gerade, im Zeitalter einer vernetzten Welt seien: „Die Gemeinschaft lebt davon.“

Von Matthias Müller

Quelle: HNA

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