Battenberg: Irmtraud Heuser ist seit 25 Jahren Hunde-Friseuron

Einmal Waschen, Schneiden, Scheren

Frankenberg - Der Hund von Welt will eigentlich gar nicht schick sein. Und schon gar nicht zum Hundefriseur. Doch Irmtraud Heuser kommt gut mit den Vierbeinerns aus: Seit 25 Jahren schert sie Hunde in Battenberg.

Die Kunden kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern zu ihr nach Battenberg. In ihrem Salon hebt Irmtraud die Tiere auf Tische, und dann wird geschert, gekämmt und getrimmt. „Nur färben lehne ich ab. Das ist bei uns aber zum Glück ohnehin kein Thema“, sagt die Hundefriseurin. In Großstädten werde das aber durchaus nachgefragt. „Auf dem Land haben die Menschen noch ein vernünftiges Verhältnis zu den Tieren.“

Irmtraud Heuser mochte Hunde schon als Kind. Nach der Schule wurde sie ab 1975 in einer Klinik nahe Marburg zur Tierarzthelferin ausgebildet und arbeitete dort bis 1986. Damals begann sie bereits, nebenbei Hunde zu scheren: „Das war eher noch ein Zusatzservice“, erinnert sie sich. „Die Leute haben mir ein Trinkgeld gegeben.“ Der Anfang fiel nicht ganz leicht: „Ich habe für einen Pudel fünf Mark genommen und hatte zwei Stunden lang zu tun.“ Doch mit jedem Hund gewann sie an Erfahrung und wurde besser.

Dadurch bekam sie auch Kontakt zu vielen Züchtern und Ausstellern, die besonders viel Wert auf das Aussehen ihrer Hunde legen. „Da bin ich dann auch hingefahren und habe die Tiere getrimmt und geschert.“ Hundefriseure seien damals noch selten gewesen. „Ich gab nur typische Pudelsalons, aber kein Angebot für Hunde, die verfilzt waren.“

1987 machte sie sich selbstständig und eröffnete den Salon in ihrer Heimatstadt Battenberg. Tausende Tiere sind inzwischen durch ihre Hände gegangen: Langhaarige, kurzhaarige, rauhaarige, große, kleine, bissige und brave Hunde: Von zwei Kilogramm leichten Chihuaua bis zum Neufundländer mit 80 Kilogramm. Jede Rasse wird anders „frisiert“. Rauhaarige Hunde werden getrimmt, die Haare aus dem Fell gezupft. „Ich habe viele Kunden, die von Anfang an dabei sind und inzwischen schon mit den dritten oder vierten Hund zu mir kommen“, sagt Irmtraud Heuser.

Die Besitzer kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern - mal alle vier Wochen, mal zweimal im Jahr, je nachdem, wie wichtig die Pflege des Vierbeiners erscheint und wie das Fell beschaffen ist. Besonders viel zu tun hat Heuser im Frühjahr und im Herbst. Zwischen ein bis drei Stunden dauert ein Besuch bei der Hundefriseurin, die übrigens auch langhaarige Katzen schick macht.

Die größte Herausforderung: „Die Hunde sind nicht alle brav.“ Und keiner lässt gerne Haare. „Die Hunde mögen mich nicht. Aber ich finde mit ihnen einen Konsens.“ Im Zweifel kriegen Bello oder Hasso deshalb einen Maulkorb verpasst. Immerhin: „In den 25 Jahren bin ich nie ernsthaft gebissen worden.“ Sie sei dafür bekannt, dass sie auch mit den Hunden klarkomme, die nicht ganz so gut erzogen sind. „Problemhunde kommen zu mir.“ Das Baden macht den Hunden übrigens nicht so viel aus: „Das mögen die meisten“, sagt Irmtraud Heuser.

Neben dem Scheren zählen die Pflege von Ohren, Krallen und Zähnen ebenfalls zum Service. Durch ihre Erfahrung in der Tierklinik kann sie auch bei kleineren Wehwehchen helfen und beraten, wann es Zeit für einen Besuch beim Tierarzt ist.

Auch nach Feierabend stehen die Vierbeiner im Mittelpunkt: Seit 1984 züchtet Irmtraud Heuser irische Wolfshunde - gerade erst ist ein neuer Wurf mit fünf Welpen gekommen. „Nur den Urlaub, den mache ich ganz ohne Hunde.“

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