Zwei Konzertabende des MGV Birkenbringhausen und des Frauenchors Cantabile

Einzug im Kerzenschein

„O Menschenkind, halte treulich Schritt“: Chorleiter und Solosänger Karl-Heinz Wenzel und „seine“ Männer. Fotos: Moniac

Ernsthausern/Birken-bringhausen. Wer wegen Alltagshektik und Geschenkestress noch nicht zur richtigen Weihnachtsharmonie gefunden hatte, der konnte das beim Konzertabend des MGV Birkenbringhausen nachholen. In zwei Konzerten – am Freitag in der Kirche Ernsthausen und zwei Tage später in Birkenbringhausen – stimmten der Männerchor und der Frauenchor Cantabile auf die kommenden Festtage ein.

Bei verdunkeltem Kirchenschiff marschierten die Sängerinnen mit flackernden Teelichtern ein. Mit an- und abschwellendem Klangvolumen intonierten sie dazu den Andachtsjodler von Lorenz Maierhofer, geheimnisvoll unterlegt mit dem hinter- und untergründigen Summen der männlichen Gesangskollegen. Der Willkommensgruß gipfelte schließlich in einem jubelnden „Weihnacht, Weihnacht überall“.

„Unser Gesang soll heute sozusagen chronologisch durch die Weihnachtsgeschichte führen“, erklärte Vorsitzender Erich Naumann; bei der Auswahl der Lieder habe man sich am Evangelium orientiert.

Es folgten „Wie soll ich dich empfangen“ von Paul Gerhardt, von Cantabile als Kanon einstudiert, und „Eternal Christmas“, ein raffinierter, wenn auch ein bisschen gewöhnungsbedürftiger Satz von Lorenz Maierhofer, in dem jede der drei Stimmen ihr eigenes Tempo beibehält. Da Chorleiter Karl-Heinz Wenzel entsprechend „vorgewarnt“ hatte, akzeptierten die Zuhörer schmunzelnd die scheinbaren Dissonanzen, zumal alles in einem harmonischen Schlussakkord endete.

Mit „Ave Maria Glöckchen“ und „Drei Kön’ge wandern“ ging es zurück ins Terrain der bekannteren Weihnachtslieder. Das beschwörende „O Menschenkind, halte treulich Schritt“ von Solosänger Wenzel vermittelte ein hier fast wohliges Gänsehautgefühl.

Der klare, strahlende Solosopran von Kornelia Linne ist beinahe schon ein Muss bei Auftritten des gesamten MGV. Mit der Klavierbegleitung von Andreas Büsching sang sie souverän ein modernes schwedisches Weihnachtslied und eine engelsgleiche Komposition des zeitgenössischen John Rutter.

„Stille Nacht“ sechsstimmig

Weitere, abwechselnd zart oder jubelnd intonierte Stücke folgten, darunter das beliebte Trommellied, ein afroamerikanisches Spiritual und ein chilenisches Wiegenlied.

Die Konzertstunde gipfelte im sechsstimmig gesetzten „Stille Nacht“, bei dem Kornelia Linne und Alexandra Wenzel Soloparts innehatten.

Zwischen den Liedbeiträgen erinnerten Simone Hallenberger und Anna Engel mit heiter-besinnlichen Texten an die wahren Werte am Weihnachtsfest und im Leben überhaupt.

Die drei Strophen von „O du fröhliche“, gesungen von den Chören und der Gemeinde, beschlossen den Abend. Die Spende am Ausgang wird zu gleichen Teilen der Kirche und den Sängern zugute kommen.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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