Frankenberger Stadtverordnete kicken

Eiserner Politikerwille in der Gluthitze

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Guter Dinge trotz großer Hitze: Die Frankenberger Stadtverordneten gaben sich am Samstag beim Frankenberger Stadtpokal in Willersdorf die Ehre und traten gegen eine Altherren-Auswahl aus dem ganzen Fußballkreis an.Fotos: Malte Glotz

Frankenber-Willersdorf - Wenn sich Fußball auf die Politik übertragen ließe, dann würde das nichts Gutes für die Stadt Frankenberg heißen: Bei tropischen Temperaturen ließen sich die Stadtverordneten in Willersdorf von einer Altherren-Auswahl gnadenlos abkochen. Spaß jedoch hatten alle Beteiligten.

Die Stadtverordneten rund um ihren Kapitän Helmut Naumann haben noch Glück: Sie tragen am Samstagnachmittag die hellen Trikots. Unerbittlich brennt bei mehr als 30 Grad Celsius die Sonne auf den Sportplatz mitten in dem Frankenberger Stadtteil. Schatten? Fehlanzeige. So hatten es sich die Hobbypolitiker sicherlich nicht vorgestellt, als sie sich freiwillig für den Einsatz gegen Altherren aus dem gesamten Fußballkreis angemeldet haben.

Die tragen an diesem Nachmittag beim Einlagespiel im Frankenberger Stadtpokal das Dunkelblau des gastgebenden SV Willersdorf - und dominieren die Politiker nach Belieben.

Alte Herren drängen stark

Schnell hagelt es die ersten Tore. Eigentlich macht Uwe Patzer zwischen den Masten eine gute Figur, doch die Alten Herren bedrängen ihn zu sehr. Auf das erste Tor folgt gleich das zweite und nach 15 Minuten - der Schiedsrichter hat gerade die Pfeife zum Pausenpfiff an den Mund genommen - müssen sich die Politiker nicht nur von der Hitze, sondern auch von fünf Gegentoren erholen.

Leicht geschlagen wollen sie sich aber nicht geben. Als große Kämpfernaturen profilieren sich drei Gelegenheitsfußballer: Thomas Rampe, Kapitän Helmut Naumann und Hendrik Sommer - über alle Parteigrenzen hinweg spielen sie auf Angriff, ohne sich um die dabei gerissenen Lücken in der Hintermannschaft zu kümmern. „Das Spiel bringt uns alle näher“, sagt Naumann verschwitzt, aber grinsend nach dem Spiel. Das Ergebnis -am Schluss steht es 7:1 für die Alten Herren - spiele kaum eine Rolle. „Sport ist Integration“, sagt der Kapitän und das gelte auch für die Integration innerhalb des politischen Gremiums.

In dem mag gegeneinander gekämpft werden, auf dem Platz gibt es am Samstag Pässe über Fraktionsgrenzen hinweg, Ermunterungen von der CDU an die SPD und umgekehrt. Doch auch ehrliche Kritik: „Dass wir so hoch verloren haben, lag auch an der schlechten Vorbereitung“, sagt Helmut Naumann augenzwinkernd. Am Donnerstag sollte eigentlich trainiert werden. Doch das Wetter hätte dazu nicht gerade eingeladen. Außerdem hätten viele Mitglieder des Frankenberger Parlaments, des Magistrats und der Ortsbeiräte von vornherein abgesagt. Kaum verwunderlich also, dass in Willersdorf nur acht Politiker gegen acht echte Fußballer antreten - auf einem verkleinerten Spielfeld.

Den Ehrentreffer der Stadtverordneten machte Heiko Scholz. Den „hochverdienten Anschlusstreffer“ lobte der Stadionsprecher. Ein anderes Lob kam vom Mannschaftskapitän: „Es hat sich gelohnt. Wir sind in Kontakt gekommen, haben was auf die Beine gestellt und Präsenz gezeigt“, sagte Naumann. Er wertete den Einsatz der Kollegen als Zeichen für das Ehrenamt und versprach: „Wir spielen gerne auch mal Tennis oder Handball.“

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