Tag der Elektromobilität

Elektromobilität gehört zum Lehrplan

Zukunftsorientierter Unterricht; von links: Roland Doss, Matthias Salfer, Jochen Schubert, Jens Schneider, André Krappen, Kai Brandenstein, Kevin Bretag, Beate Clemens-Klütsch, Michael Schneider und Nico Lünsche. Foto: Marco Steber

Frankenberg - Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Welche Möglichkeiten bieten Elektroautos? Diesen Fragen gingen die Auszubildenden zum Kfz-Mechaniker beim "Tag der Elektromobilität" an der Hans-Viessmann-Schule nach.

Die Hochvolttechnik ist erst seit dem 1. August fester Bestandteil des Rahmenlehrplans der Kfz-Ausbildungsberufe. Die Hans-Viessmann-Schule organisierte deshalb am Dienstag einen „Tag der Elektromobilität“. Mit der Veranstaltung sollte auch den Schülern der höheren Jahrgänge die Möglichkeit geboten werden, sich über Hochvolttechnik zu informieren. Schüler aus insgesamt vier Jahrgangsstufen nahmen das Angebot wahr, sich über unterschiedliche Wege der Elektromobilisierung weiterzubilden. „Wir sind bemüht, auf die Ausbildung immer noch etwas drauf zu setzten“, sagt Schulleiter Carsten Placht. Nicht jeder Kfz-Mechaniker darf Reparaturen an einem Elektrofahrzeug ausführen. Für diese Arbeiten seien spezielle Weiterbildungen erforderlich, sagt Abteilungsleiterin Beate Clemens-Klütsch.

Drei Philosophien

Drei Autohäuser aus der Umgebung stellten ihre Elektromodelle vor. Außer dem Renault „Zoe“, einem reinen Elektrofahrzeug, waren mit dem Opel „Ampera“ und dem Mercedes „E300“ auch zwei Hybrid-Fahrzeuge zu sehen. Die Philosophien der Konzerne ist jedoch auch bei den hybriden Fahrzeugen sehr unterschiedlich. Das Modell von Opel fährt rein elektrisch. Der Benzin-Motor treibt lediglich einen Generator an, der die Batterie wieder auflädt. Der Benzinmotor hat keinerlei Verbindung zum Antrieb des Wagens. Die Reichweite des elektrischen Antriebs beträgt etwa 80 Kilometer. „Bei vollem Tank und voll aufgeladener Batterie beträgt die Reichweite bis zu 500 Kilometer“, sagt Jens Schneider vom Autohaus Biebighäuser. Ein Vorteil dieser Technologie liege darin, „dass die Fahrt nicht zu Ende ist, wenn die Batterie leer ist.“ Dies werde dadurch gewährleistet, dass der Verbrennungsmotor den Antrieb übernehmen könne.

Der „E300“ von Mercedes hingegen nutzt die Hybrid-Technologie lediglich zur Unterstützung des normalen Dieselmotors im Fahrzeug. Im reinen Elektrobetrieb kommt das Fahrzeug auf eine Reichweite von 35 Kilometern. „Durch den Elektromotor wird allerdings der Verbrauch gesenkt“, sagte Alexander Will vom Autohaus Schmidt in Frankenberg. Beide Fahrzeuge nutzen die sogenannte Rekuperation zur Energiegewinnung beim Bremsvorgang.

Das Autohaus Beil stellte den Renault „Zoe“ zur Verfügung, ein reines Elektrofahrzeug ohne Verbrennungsmotor. Vollgeladen kommt das Modell auf eine Reichweite von 210 Kilometern. Eine Ladebox, sei im Lieferumfang dabei. „Mit der ist nach etwa acht Stunden Ladezeit die Batterie wieder voll“, sagt Christian Jonat vom Autohaus Beil aus Frankenberg. An offiziellen Ladestationen sei es aber möglich, mit einer Schnellladefunktion die Kapazität des Akkus innerhalb kürzester Zeit auf 85 Prozent aufzuladen. Der normale Ladevorgang an festinstallierten Ladestationen würde hingegen drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen.

Eine Million Autos bis 2020

Clemens-Klütsch erklärte, dass die Bundesregierung die Produktion von Elektroautos bis in das Jahr 2020 auf eine Million Fahrzeuge ausweiten möchte. Nahezu alle deutschen Hersteller haben bereits ein Modell auf dem Markt oder in Planung. Derzeit sei es so, dass Besitzer von Elektrofahrzeugen, aufgrund der Emissionlosigkeit, die ersten fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit sind.

Umdenken beim Tanken

Daniel Pieh von der Firma Menneke, die die Ladeboxen herstellt, gab zu bedenken, dass sich das Tankverhalten mit der Verbreitung der Elektroautos ändern werde. „Ich kann nicht mehr sagen, wenn der Tank noch zu einem Viertel voll ist, dass ich morgen tanke, sondern ich muss dort tanken, wo es gerade möglich ist.“ Dazu müsse auch das entsprechende Versorgungsnetz aufgebaut werden. In Frankenberg gibt es bereits drei Ladesäulen. Auch an der Hanns-Viessmann-Schule ist ein Säule in Planung.

Für die etwa 55 Berufsschüler in der Kfz-Mechanik war dies der erste Tag in dieser Form. Es sei ein Anliegen der Schule, auch über den Lehrplan hinaus Angebote zu schaffen. Zukunftsorientierter Unterricht sei das Ziel der Ausbildung, sagte Carsten Placht. Weitere Informationsveranstaltung seien bereits angedacht.

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