Pollmersche Polemik beim "Tag der Landwirtschaft"

Empfehlung: "Denken Sie wie eine vegane Sozialpädagogin"

Axel Friese vom Fachdienst Landwirtschaft, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Heinrich Heidel, Referent Udo Pollmer und Kreislandwirt Fritz Schäfer (von links). Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Fünfmal täglich Obst und Gemüse sind nicht gesund, sondern schädlich, wer Milch auf die Straße schüttet, sorgt erst recht für sinkende Preise und Rote Wurst hat das meiste Vitamin C - diese und andere Thesen unterbreitete Udo Pollmer beim Tag der Landwirtschaft.

Polemik ist seine schärfste Waffe - und er weiß sie geschickt einzusetzen. Der Festredner sprach in der gut besuchten Ederberglandhalle auf Einladung des Fachdienstes Landwirtschaft und der Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg vor Landwirten und deren Partnern aus Wirtschaft und Kommunalpolitik. Er sorgte für so manchen skeptischen Blick, aber auch häufig für verständnisvolles Kopfnicken.

Denn viele Argumente, die der für seine kontroversen Ansichten bekannte Lebensmittelchemiker vorbrachte, waren Öl auf den Mühlen der heimischen Landwirte - allerdings kein Rapsöl, denn entwickeln könne sich der Mensch nur mit tierischen Fetten. Deshalb flösse aus der mütterlichen Brust auch nicht Rapsöl, sondern eben Muttermilch, argumentierte Udo Pollmer.

Der Fachbuch-Autor nutzte seinen Vortrag vor allem, um seinen Zuhörern deutlich zu machen, dass die Landwirtschaft eine bessere Lobby brauche, die gegen falsche Behauptungen angeht. Darstellungen, denen nicht widersprochen würde, würden aber als nackte Wahrheit angenommen. „Die Branche muss ihre Haut verteidigen“, betonte er. Öffentlichkeitsarbeit sei für die Landwirte genauso wichtig wie der Mähdrescher.

Zustimmung war spürbar für Pollmers Ausführungen über die Diskrepanz zwischen der Zahl der tatsächlich gut Informierten und derer, die sich dafür halten. „Die Menschen glauben, dass man aus Futtergerste Brot backen kann. Wenn Sie den Leuten erklären, dass die nicht mal zum Bierbrauen reicht, haben Sie schon 50 Prozent erreicht.“

Veganer und Vegetarier kamen bei Udo Pollmer schlecht weg - gesundheitliche Gründe seien für diese Formen der Ernährung immer nur vorgeschoben, befand er. In Wahrheit wollten „diese ganzen Essgestörten“, wie er sie nannte, entweder einer „Religionsgemeinschaft“ angehören oder ununterbrochen Diät halten, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Zudem würden Vegetarier, die aus gesundheitlichen Gründen - und damit ungern - auf Fleisch verzichten, früher sterben als solche, die kein Fleisch mögen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Freitagausgabe von WLZ-FZ.

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