Seniorenheim in Frankenau wird geschlossen

Endgültiges Aus für die Wesemühle

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Altenheim Seniorenheim Pflegeheim Wesemühle Frankenau Archivfoto: Andrea Pauly

Frankenau - Im Fall der Wesemühle konnte Insolvenzverwalter Hartmut Mitze die Schließung nicht mehr verhindern: Alle Gespräche mit möglichen Betreibern sind gescheitert. Die Bewohner müssen nun kurzfristig in andere Heime umziehen.

Die Idylle rund um das Alten- und Pflegeheim im Wesetal trügt: Denn das Gebäude, in dem die Senioren gepflegt und betreut werden, wollte kein Investor, kein sozialer Träger übernehmen. Die Kosten hätten die Interessenten letztlich abgeschreckt, sagt Insolvenzverwalter Hartmut Mitze: „Dies ist in erster Linie der starken Sanierungsbedürftigkeit der Immobilie geschuldet, die sich nicht mehr in zeitgemäßem Zustand befindet und von einem zukünftigen Betreiber kostenintensiv hätte renoviert und modernisiert werden müssen“.

Im Januar hatte der Geschäftsführer der Wesemühle einen Insolvenzantrag gestellt, im März begann das Insolvenzverfahren. Schon damals hatte Hartmut Mitze deutlich gemacht, dass das Haus zu klein ist, um schwarze Zahlen zu schreiben. Für eine hohe Wirtschaftlichkeit brauche ein Pflegeheim etwa 50 Betten - doppelt so viele wie in der Wesemühle. Die einzige Chance auf eine Fortführung des Betriebes sah Hartmut Mitze schon damals in der strategischen Zusammenarbeit mit einem großen Partner.

Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hatte der Rechtsanwalt deshalb intensive Verhandlungen mit mehreren potenziellen Trägern über eine Übernahme geführt. Seine Bemühungen blieben allerdings erfolglos. Das Alten- und Pflegeheim Wesemühle wird deshalb kurzfristig in Absprache mit dem Amt für Versorgung und Soziales in Kassel endgültig geschlossen.

„Ich bedauere die Absagen der potentiellen Übernehmer für die Bewohner, die sich durch die familiäre Atmosphäre in der Wesemühle sehr wohlgefühlt haben, sowie insbesondere für das dort beschäftigte Personal“, sagt Hartmut Mitze. Er betont, dass erst durch den aufopferungsvollen Einsatz des Personals die Fortführung des Geschäftsbetriebs überhaupt über den Stichtag der Verfahrenseröffnung hinaus möglich gewesen sei.

Für die Bewohner der Wesemühle steht ein Umzug bevor: Für sie wurden in Absprache mit den Angehörigen und Betreuern bereits Plätze in anderen Heimen in der Umgebung gefunden. Auch dabei habe die Belegschaft des Heims großes Engagement gezeigt, ebenso wie das Hessische Amt für Versorgung und Soziales Kassel. Ein Teil der Bewohner hat die Wesemühle nach Mitteilung der bevorstehenden Schließung bereits verlassen, auch die übrigen Bewohner werden nun kurzfristig an ihre neuen Pflegeplätze umziehen.

Die Einstellung des Geschäftsbetriebs folgt nach Angaben von Mitzes Pressesprecherin nach dem Auszug des letzten Bewohners.

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