Udo Engel-Kroll, der Herr der 1000 Pfeifen

Organist in Frankenau: Udo Engel-Kroll in der Kirche Frankenau. Foto: Schumann

Frankenau. Zwei alte Zeugen der Geschichte warten im Oberrang der Kirche auf den Sonntagsgottesdienst. Um sie zu finden, müssen Besucher der Frankenauer Kirche die steinerne Wendeltreppe hinauf steigen. Hier oben ruht die Orgel mit mehr als 1000 Pfeifen, davor die Holzbank für den Spieler. Und daneben steht das historische Duo: Ein zertretenes Paar Schuhe, das den Orgelmeister seit einem Vierteljahrhundert begleitet.

„Die gehören mir“, sagt Udo Engel-Kroll. „Vorne spitz, hinten mit Absatz – damit man die Pedale richtig trifft.“

Die Schuhe sind sein Werkzeug, sie wurden passgenau angefertigt. Das genaue Baujahr der Treter lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. „Auf jeden Fall hatte ich sie schon, bevor ich in Frankenau Organist geworden bin“, sagt Engel-Kroll.

Das war vor 25 Jahren, im Oktober 1988. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann aus Willersdorf 29 Jahre jung. Seine musikalische Ausbildung bestand bis dahin aus Klavierunterricht, mit 16 Jahren spielte er zum ersten Mal die Orgel seines Heimatortes.

„Die Umstellung von Klavier auf Orgel ist nicht schwer, es kommt nur das Spiel mit den Füßen dazu“, sagt Engel-Kroll. „Der größte Unterschied ist der, dass die Pfeifen keinen Nachhall haben. Man muss auf die Bindung achten.“

Von festen Bindungen zeugten auch die Ehrungen der letzten Wochen, als der Organist in der Gemeinde für 25 Jahre am Instrument ausgezeichnet wurde. „Für unsere Gemeinde ist er ein Segen“, sagt Pfarrer Harald Wahl.

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Von Jan Schumann

Quelle: HNA

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