Festprogramm anlässlich "800 Jahre Grundsteinlegung Kloster Haina" eröffnet

Das Erbe der Zisterzienser

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Vor 800 Jahren legten die Zisterzienser den Grundstein nicht nur für ein Kloster, sondern auch für eine bedeutende kulturgeschichtliche Entwicklung, die bis heute nachwirkt. Rund 250 Gäste kamen aus diesem Anlass gestern in die Klosterkirche. Fotos: Andrea Pauly

Haina (Kloster) - Acht Jahrhunderte ist es her, dass Zisterzienser-Mönche von der unwirtlichen Höhe bei Löhlbach ins Tal der Wohra umzogen und dort ein Kloster gründeten. Sie brachten Wohlstand, Kultur, Wissen und Gesundheitsfürsorge in die Region. An Sonntag hat das Jubiläumsprogramm im Festjahr offiziell begonnen.

Als die Mönche im Jahr 1215 den Grundstein für das Kloster legten, konnten sie nicht ahnen, dass 800 Jahre später Menschen in der Kirche, die sie bauten, die Architektur des Bauwerks, den Alltag der Mönche und die Geschichte des Klosters auf tragbaren Bildschirmen würden nachvollziehen können. Sie ahnten nicht, dass ein Bischof auf der Kanzel stehen würde und auf eine bewegte Geschichte mit Reformation mit Auflösung der Klöster, den finsteren Zeiten des Nationalsozialismus und der Entwicklung eines modernen Psychiatriebetriebes erinnern würde.

Anlässlich des 800-jährigen Bestehens haben der Verein „Freunde des Klosters Haina“ und der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen als Träger gemeinsam ein Festprogramm mit Vorträgen und Veranstaltungen erarbeitet, dessen Auftakt ein Festgottesdienst am Sonntag war. Dieser wurde gestaltet von der Hainaer Pfarrerin Beate Ehlert, Dekanin Petra Hegmann und Prof. Dr. Martin Hein. Der Bischof machte in seiner Predigt deutlich, dass sich eines nicht geändert hat seit der Zeit, in der die Mönche in Haina bauten und beteten: „Diese Kirche ist der Ort der Begegnung mit dem lebendigen Heiland.“

Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr hat das Kloster zwei bedeutende Veränderungen für die Besucher umgesetzt. Der Umzug der Tischbein-Ausstellung in einen restaurierten Raum neben der Klosterkirche ist bereits abgeschlossen (wir berichteten), außerdem haben Fabian Püschel und Joel Baumann von der Universität Kassel einen Video-Walk entwickelt. Damit können Besucher das Kloster erkunden und erhalten währenddessen über Smartphone oder Tablet virtuelle Ergänzungen. Das Konzept wurde den Besuchern anhand eines Videos vorgestellt.

Nächste Termine im Festjahr sind am Freitag, 19. Juni, ab 17 Uhr ein Pilgerweg im Stamford‘schen Garten mit Pfarrerin Andrea Wöllenstein, Treffpunkt ist an der Klosterkirche sowie am Samstag, 20. Juni, ab 17 Uhr ein Vortrag von Dr. Arnd Friedrich „Von der Aulesburg ins Tal der Wohra“.

(Von Andrea Pauly)

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung, zur Bildergalerie geht es hier:

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