Burgwald

Erhalt wird zum Gemeinschaftswerk

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- Burgwald-Bottendorf (rou). Der „Alte Kindergarten“ an der Bottendorfer Dorfbrücke soll erhalten werden. Das steht nach der Sitzung der Ausschüsse der Burgwalder Gemeindevertretung fest. Die Politik nimmt jedoch die Dorfgemeinschaft in die Pflicht. Unterstützung erfährt das Projekt auch durch die Denkmalpflege.

Wie viel Geld ist ein fast 200 Jahre altes Gebäude wert? Sicherlich keine 250 000 Euro, sagen die Kritiker der Sanierung des „Alten Kindergartens“ an der Bottendorfer Dorfbrücke. Sei diese Größenordnung bei der seinerzeitigen Beschlussfassung bekannt gewesen, hätte die Gemeindevertretung vermutlich kein grünes Licht für die Bauarbeiten gegeben, argumentierte beispielsweise Klaus Rühl von der Bürgerliste Burgwald.

Aus einer anderen Sicht blickt Erich Naumann von den Freien Wählern aus Birkenbringhausen auf das Projekt, das noch zu Zeiten von Bürgermeister Adam Daume begonnen wurde. Es sei schwer zu vermitteln, einerseits die alten Ortskerne erhalten zu wollen, dafür Förderprogramme aufzulegen und künftig keine Neubaugebiete mehr ausweisen zu wollen, und andererseits ein historisches Gebäude wie den „Alten Kindergarten“, das mit zum „Bottendorfer Ensemble“ mit Dorfbrücke, Pfarrhaus und Martinskirche gehöre, abzureißen.

Unterstützung erhält er von Bürgermeister Lothar Koch, der sich gleichwohl über die eklatante Kostensteigerung von weit mehr als 100 000 Euro ärgert. Seine Argumentation: Wenn trotz der bereits investierten 165 000 Euro das Gebäude abgerissen würde, fielen für diese Arbeiten und die danach erforderliche Umgestaltung des Platzes sicherlich auch Kosten in hohem sechsstelligen Bereich an. Doch all diese Überlegen dürften der Vergangenheit angehören. Denn sollte die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am nächsten Mittwoch den Empfehlungen der Ausschüsse folgen, würde der Baustopp am „Alten Kindergarten“ aufgehoben und die Arbeiten würden zügig weitergehen.

Maßgeblichen Anteil daran haben Bürgermeister Lothar Koch sowie die Dorf- und Vereinsgemeinschaft, die gemeinsam ein Finanzierungsmodell erarbeitet haben. Laut Gutachten eines Sachverständigen beläuft sich der zusätzliche Sanierungsaufwand auf 98 800 Euro. Die von dem Gutachter aufgeführten Gewerke hat der mit dem Projekt beauftragte Bauingenieur Adam-Willi Finger mit den bereits ausgeschrieben Arbeiten verglichen. Das Ergebnis ist eine Einsparung von 16 700 Euro. Seine Bereitschaft zu einem erheblichen Maß an Eigenleistung hat auch der Männergesangverein bekundet, der im „Alten Kindergarten“ seinen Probenraum hat. Dadurch ist eine weitere Reduzierung der Ausgaben um 9500 Euro realistisch.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 20. Mai

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