Geismarer Kulturmuseum erhält altes Pharmazie-Tagebuch

Erinnerung an alte Zeiten

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Frankenberg-Geismar - Beim Durchblättern von alten Unterlagen sticht als Beleg für den medizinischen Fortschritt in den vergangenen fünfzig Jahren Karl Knoblochs Tagebuch hervor, das nun in Geismarer Händen ist.

Bleiessig, Jodeisensirup, Chromsäure oder Arsenikpillen: Heute klingen diese Worte wie Medizin aus einem Mittelalter-Roman, in dem Alchimisten mit langen Roben um einen brodelnden Kessel stehen. Vor 50 Jahren waren diese Medikamente jedoch Gang und Gebe.

Lange Zeit stand ein altes Tagebuch in einem seiner Bücherregale, jetzt hat Karl Knobloch es dem Geismarer Heimat- und Kulturmuseum gestiftet. „Es erscheint mir sehr sinnvoll, dass ich diese Belege in Buchform dem Heimatmuseum in Geismar, meinem Heimatort, übergebe“, sagte er.

Außerdem informierte er in Geismar beim Heimat- und Kulturverein über Flachs. Die Pflanze spielt im Museum des Vereins eine wichtige Rolle. „Insgesamt gibt es über 200 verschiedene Arten von Flachs-Pflanzen“, erläuterte Knobloch. In seiner Präsentation ging er auf die verschiedenen Methoden ein, wie die Fasern aus dem Flachs gewonnen und zu Leinen verarbeitet werden können.

Knobloch hat in Geismar seine Kindheit verbracht und lange Zeit dort gewohnt. Von 1957 bis 1959 arbeitete er in der damaligen Rathaus-Apotheke am Untermarkt, wo er ein zweijährige Praktikum für sein pharmazeutisches Studium absolvierte. Heute ist er Professor für Botanik und pharmazeutische Biologie an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Ein Buch über den Tümpel in der Lehmenkaute und dessen Pflanzen- und Tierreich übergab er dem Verein am Weihnachtstag vorigen Jahres (FZ berichtete).

Der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Heinz Hauptführer, überreichte Knobloch zum Dank eine Geismarer Stracke Rote und ein Buch als Präsent.

Von Lukas Scheerer

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