Georg Glade stellte die zweite Auflage seines Buches „Die Hallenberger Juden“ vor

Erinnerung wach halten

Bei der Vorstellung der zweiten Auflage des Buches „Die Hallenberger Juden: (von links) der stellvertretender Landrat Rudolf Heinemann, Heike und Georg Glade, Bat-Sheva Greenberg und Bürgermeister Michael Kronauge. Foto:  nh

Hallenberg. Die erste Auflage von Georg Glades „Die Hallenberger Juden“ aus dem Jahr 1991 ist längst vergriffen, doch das allgemeine Interesse am Thema hat bis heute nicht nachgelassen: Immer wieder hatten die Stadt Hallenberg und der Autor Anfragen nach einer Neuauflage erhalten.

Nach umfangreichen Recherchen hat Georg Glade sein Buch komplett überarbeitet und ergänzt. Am Sonntag wurde die zweite Auflage von „Die Hallenberger Juden“ im Infozentrum Kump vorgestellt. Unter den zahlreichen Gästen war auch Bat-Sheva Greenberg aus Rishon Lezion, Israel, die mit ihrer bewegenden Erzählung der Lebensgeschichte Bruno Frankenthals, des letzten noch lebenden ehemaligen Hallenberger Mitbürgers, eine wichtige Ergänzung zu der Neuauflage beigetragen hat.

Das Buch „Die Hallenberger Juden“ solle vor allem jüngeren Jahrgängen an die Hand gegeben werden, „damit sie es aufmerksam lesen und sich auch und gerade mit den unrühmlichen Kapiteln der Stadtgeschichte wie Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung auseinandersetzen, „damit nicht vergessen wird, was nicht vergessen werden darf“, sagte Bürgermeister Michael Kronauge in seinem Grußwort.

Der stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann dankte der Stadt und dem Autor im Namen des Hochsauerlandkreises für ihr Engagement.

Grüße per Videobotschaft

Bruno Frankenthal, der aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst nach Deutschland reisen konnte, übermittelte per Videobotschaft aus Rishon Lezion seine Grüße und Glückwünsche. Er hoffe, dass die Neuauflage des Buches nicht nur als „Lesebuch“, sondern vor allem als „Lehrbuch“ genutzt werde und so einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen Deutschen und Juden leisten könne, sagte Bruno Frank.

Auch Bat-Sheva Greenberg betonte in ihrer Rede, wie wichtig ein Buch wie „Die Hallenberger Juden“ für die Versöhnung und den Aufbau tiefer, Staats- und Religionsgrenzen überwindender, Freundschaften sei.

Nachdem der junge Cellist Lawrence Howe die Gäste mit einem Auszug aus der Cello-Suite No. 1 von Johann Sebastian Bach begeistert hatte, gab Georg Glade einen ersten Einblick in die Neuauflage seines Buches. Der mit Anekdoten, Bildern und Leseproben gewürzte Vortrag schlug eine interessante Brücke von den Recherchen zur ersten Auflage in den frühen 1980er Jahren bis hin zu den neusten Erkenntnissen über jüdisches Mitbürger in Hallenberg, die in die zweite Auflage einfließen konnten.

Bei Suppe, Kaffee und Weihnachtsgebäck hatten die Gäste in gemütlicher Runde die Möglichkeit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen und sich ihr Exemplar von „Die Hallenberger Juden“ signieren zu lassen. (nh/off)

Quelle: HNA

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