Es war 1916

Erinnerungen an den Meteor über Schreufa

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Schwerer Eisenbrocken: Dieser Abguss des Meteoriten, der 1916 über Schreufa flog, liegt im Mineralogischen Institut Marburg.

Schreufa. Vor kurzem war es ein Meteorit in Russland, dessen Explosion im Ural schwere Schäden anrichtete und 1.200 Menschen verletzte. Dieses Ereignis  hat nun in Schreufa Erinnerungen wachgerufen - denn vor knapp 100 Jahren ging ein solcher Himmelskörper auch über der Gemeinde nieder.

Am 3. April 1916 beobachtete dort bei einem Spaziergang der Lehrer Conrad Liese den Niedergang eines Meteoriten mit Rauch und Donnergetöse, was ihn zunächst an Kriegshandlungen denken ließ.

Erinnerungen an den Polarforscher: Der Brief (rechts), den Alfred Wegener 1916 an Conrad Liese in Schreufa schrieb, gilt als eine der ganz wenigen erhalten gebliebenen Handschriften. Karl-Heinz-Hartmann, ehemaliger Schulleiter der Friedrich-Trost-Schule, entdeckte ihn kürzlich im Nachlass des Dorflehrers.

Der erfahrene Meteorologe Liese, der ein Fachbuch zur Wetterkunde in Volksschulen schrieb, konnte später dem Geowissenschaftler Alfred Wegener (1880-1930) beim Auffinden des 63 Kilogramm schweren Meteoriten in der Schwalm helfen.

Im Nachlass des Lehrers Liese (1881-1951) entdeckte der Schreufaer Heimatforscher Karl-Heinz Hartmann ein historisch sensationelles Dokument: einen handschriftlichen Originalbrief, in dem der damals in Marburg lehrende Alfred Wegener mit kleinen Zeichnungen Liese Anweisungen zur nachträglichen Berechnung der Meteoritenbahn gibt.

„Es ist einer der ganz wenigen Privatbriefe, die es überhaupt von Wegener gibt“, weiß Hartmann, selbst langjähriger Hobby-Astronom.  Er hat seit Jahren das Lebenswerk von Conrad Liese erforscht und schon 2005 im Frankenberger Geschichtsverein darüber berichtet. „Liese war ein ganz ungewöhnlich vielseitiger Dorfschullehrer, der sogar in Fachzeitschriften publizierte. Mehrfach soll er in Marburg Alfred Wegener besucht haben“, berichtet Hartmann.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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