Fest am 30. September mit Direktvermarkter-Markt

Ernte wie früher: Laisaer laden Hafer fürs Kreiserntedankfest

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Die Laisaer haben Hafer mit einem alten Mähbinder geerntet und auf alte Holzleiterwagen geladen, (von links) Nico Gaul, Rainer Mankel und Wolfgang Brühl.

Laisa. Für das Kreiserntedankfest am 30. September in Laisa haben die Laisaer jetzt geerntet wie zu Opas Zeiten: Denn bei dem Fest mit Direktvermarkter-Markt kommt auch die alte Dreschmaschine aus den 1950ern zum Einsatz.

„Nach einigen Probeläufen haben wir es hingekriegt“, sagt Wolfgang Brühl zufrieden und schließt das Holztor der Laisaer Dreschhalle zu. Mit weiteren Helfern hat der 59-Jährige gerade zwei Wagen mit Hafergebinden – den Garben – in die alte Holzhalle gefahren. Der Hafer wird beim Kreiserntedankfest am 30. September in Laisa gebraucht. Dann wollen die Laisaer beim Direktvermarkter-Markt (siehe unten) zeigen, wie früher mit der alten Dreschmaschine gedroschen wurde.

Den Hafer dafür wie früher mit dem alten Mähbinder zu ernten, war gar nicht so einfach, erzählt Wolfgang Brühl. „Wir mussten erst wieder die Technik verstehen und die Kordelführung und den Knüpfermechanismus aufeinander abstimmen“, sagt Brühl. Ein erster Versuch auf einem Feld mit Sommergerste funktionierte nicht – auch weil das Getreide wegen der Dürre nicht lang genug war.

Der alte Mähbinder war 2005 wieder in Betrieb genommen worden. Die Laisaer Erwin Alt und Karl Zissel, die ihn einst gemeinsam auf ihren Feldern nutzten, hatten ihn damals dem Dorf zur Verfügung gestellt. Die Maschine mäht das Getreide und bindet es zu Garben. Die werden dann zu „Hicheln“ auf dem Feld aufgestellt, damit das Korn trocknen kann. Bis Mitte der 60er-Jahre wurde so das Getreide geerntet, ehe die Mähbinder von Mähdreschern abgelöst wurden. In Laisa war der Mähbinder zuletzt vor sechs Jahren im Einsatz – für einen Dreschtag vor dem Rückersfest 2013.

Auch die alte Laisaer Dreschmaschine kommt nur noch bei Traditionsfesten zum Einsatz. Mit dem Einzug der Mähdrescher in der Landwirtschaft wurde auch sie entbehrlich. Das Modell „Buschhoff“, das die Dorfgemeinschaft aufbewahrt hat, stammt aus dem Jahr 1956 und ist noch funktionsfähig, wie die Laisaer beim Kreiserntedankfest am letzten September-Sonntag zeigen wollen. Dann werden die etwa 300 Hafer-Garben, die diese Woche auf einem Acker im Laisaer Feld stilecht auf zwei alte Holzleiterwagen geladen wurden, in der Maschine gedroschen: Auf der einen Seite kommt das Korn heraus, auf der anderen das gebündelte Stroh. „Bis dahin kann der Hafer erstmal trocknen“, sagt Wolfgang Brühl.

Erntedankfest und Markt

Das Kreiserntedankfest für den Altkreis Frankenberg ist eine gemeinsame Veranstaltung des Kreisbauernverbandes und der Kreislandjugend. Das Fest wird im jährlichen Wechsel von einer der fünf Kreislandjugendgruppen ausgerichtet: Basdorf, Geismar, Haubern, Laisa und Rosenthal. 

Für 2018 hat sich die Landjugend- und Trachtengruppe Laisa als Ausrichter etwas Besonderes einfallen lassen, um die kreisweite Bedeutung der Veranstaltung zu betonen. Deshalb findet das Kreiserntedankfest am 30. September zusammen mit einem Direktvermarkter-Markt in Laisa statt. 

Das Programm: 

10.30 Uhr: Kreiserntedank-Feier am Heimatmuseum mit Andacht, Grußworten und Bändertanz unter der Erntekrone. 

12 Uhr: Mittagessen aus dem Kartoffeldämpfer. 

12 bis 18 Uhr: Direktvermarkter-Markt in der Kirchstraße mit Handel, Handwerk und Handarbeit, Dreschmaschine, Saftmobil und mehr und Musik und Tanz auf der Aktionsbühne. 

18 Uhr: Ausklang mit Dämmerschoppen. 

Anmeldung: Direktvermarkter, die Interesse haben, beim Markt mitzumachen, können sich noch bei Bastian Belz, dem Vorsitzenden der Trachtengruppe, melden, Tel. 0162/4510612, E-Mail: trachtengruppe-laisa@web.de

Quelle: HNA

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