Kinder lernen Bottendorfer Platt

Erntezeit für "Wendagaaschte"

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Weizen, Hafer und Wintergerste haben die Bottendorfer Grundschulkinder zu unterscheiden gelernt – und die Namen der Getreidesorten auf Platt geübt. Gelernt haben sie das von den Mitgliedern des Heimat- und Kulturvereins.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald-Bottendorf - "Wääs" und "Wendagaaschte"haben Bottendorfer Kinder am Donnerstagkennen gelernt - nicht nur die Begriffe in Mundart, sondern auch die Unterscheidung der Getreidesorten. Die Platt-Sprech-Gruppe des Heimat- und Kulturvereins hat 20 Kindern Unterricht auf Platt gegeben.

Vor wenigen Jahren war es noch überall zu hören, heute werden die echten Platt-Sprecher immer weniger. Der Bottendorfer Heimat- und Kulturverein setzt sich daher schon seit Jahren dafür ein, das „Bottendärfer Platt“ zu erhalten. „Wir wollen es mit Leben füllen und weitergeben“, sagt Marianne Reitz von der Platt-Sprech-Gruppe des Vereins.

In den vergangenen fünf Wochen haben Reitz, Christel Möller, Hans-Jürgen Hansmeyer, Käthe Koch und Erika Klem den heimischen Dialekt an die jüngste Generation der Bottendorfer weitergegeben: In der Grundschule haben sie den Kindern einige Wörter und Lieder auf Platt beigebracht. In der letzten Stunde vor den Ferien lernten die Kinder, die verschiedenen Getreidesorten nicht nur zu unterscheiden, sondern sie auch auf Platt zu benennen: Hafer wurde zum „Hawwa“ und Weizen zum „Wääs“.

Die Kinder sprachen die neu gelernten Worte begeistert im Chor mit. „Das ist besser als Schule und sogar besser als Pause“, sagte Fynn über den Unterricht. Die Schüler bleiben freiwillig länger in der Schule, um von den Mitgliedern der Platt-Sprech-Gruppe den heimischen Dialekt zu lernen. „Ich will neue Wörter lernen“, sagte Fynn begeistert. Seine Oma spricht nämlich noch Platt mit ihm und er versteht es zwar - aber richtig sprechen kann er es selbst nicht. Von den meisten Kindern in der Gruppe sprechen die Großeltern noch Platt. „Es ist so toll, dass wir eine neue Sprache lernen“, sagte Michelle.

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