Wiesenfeld

Eröffnung des Hugenotten- und Waldenserpfades – Bildergalerie

- Burgwald-Wiesenfeld (gl). Drei Tage waren einige Wanderer unterwegs, haben mehr als 51 Kilometer zurückgelegt: Mit einer Tour von Marburg nach Frankenberg wurde der hessische Abschnitt des „Hugenotten- und Waldenserpfads“ eröffnet.

Es wurden täglich mehr: Am Freitagmorgen waren gut 30 Wanderer vom Marburger Landgrafenschloss aus gestartet, um den europäischen Kulturfernwanderweg „Hugenotten- und Waldenserpfad“ zu erkunden, die Natur des Burgwaldes zu genießen und etwas für ihre Gesundheit zu tun. Nach ihrer Rast in Oberrosphe waren es schon knapp 50 Wanderer und als am Sonntag der große Eröffnungsakt im Burgwalder Ortsteil Wiesenfeld anstand, waren es mehr als 100 Menschen, die die Wanderschuhe geschnürt hatten.

Schon die Wiesenfelder Johanniterkirche war am Sonntagmorgen überfüllt: Bierbänke, auf denen am Abend zuvor noch gefeiert worden war, sorgten für ausreichend Sitzplatz in dem Gotteshaus. Pfarrer Ulrich Schnell ging auf die leidvolle Geschichte der Hugenotten und Waldenser und ihren starken Willen, ihren unerschütterlichen Glauben ein. Er habe sie dazu bewogen, mehr als 1500 Kilometer aus ihrer zivilisierten Heimat Frankreich und Norditalien zurückzulegen, um im vor gut 300 Jahren noch unterentwickelten Deutschland zu siedeln. Die Predigt hielt Pfarrer Dr. Lothar Beaupain. Der gebürtige Wiesenfelder sagte, seine Vorfahren hätten nicht viel mitnehmen können und hätten dennoch viel mitgebracht: Handwerkskunst, landwirtschaftliche Techniken und ihren tiefen Glauben, den sie in der Fremde endlich frei ausleben durften.

Offiziell wurde es nach dem Gottesdienst: Grußworte kamen von Vertretern aus Politik und von Vereinen. Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch erinnerte an den alten hugenottischen Spruch „Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen“. Die Themen Flucht und Exil, aber auch Toleranz seien damals wie heute wichtige Themen, sagte Koch. Paul Zeller, Vorsitzender des französischen Partnerschaftsvereins des Vereins „Hugenotten- und Waldenserpfad“, überbrachte die Grüße aus seiner Heimat. „Es gibt auch heute noch Menschen, die aus politischen und aus Glaubensgründen vertrieben werden“, sagte er. Deshalb sei es wichtig, dass entlang des Hugenotten- und Waldenserpfads partnerschaftlich zusammengearbeitet werden.

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