Ellershausen

Der erste große Schritt ist gemacht

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- Frankenau-Ellershausen (apa). Die Planungen für Ellershausen als „Bioenergiedorf“ werden konkreter: Mit einer Machbarkeitsstudie macht der Arbeitskreis den ersten Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Realisierung. Zuvor zeichnete jedoch Rainer Knott von „Hessen-Energie“ ein nicht sonderlich rosiges Bild.

Zu einer Informationsveranstaltung hatte der „Arbeitskreis Bioenergiedorf Ellershausen“ am Donnerstag eingeladen – und freute sich über deutlich mehr Besucher als erwartet. Seit Monaten beschäftigt sich der Arbeitskreis mit den Möglichkeiten einer Nahwärmeversorgung in Ellershausen: Je nach Modell könnten eine Holzhackschnitzelanlage und möglicherweise eine Biogasanlage einen Teil des Dorfes mit Wärme versorgen. Dafür haben sich Mitglieder des Arbeitskreises bereits verschiedene Bioenergiedörfer angesehen, Biogasanlagen besichtigt und sich die Erfahrungen aus anderen Gemeinden angehört.

Im Frühjahr hat der Arbeitskreis Fragebögen verteilt, um potenzielle Anschlüsse für ein Nahwärmenetz zu ermitteln. Insgesamt haben 88 Haushalte ein Interesse an einem Anschluss an das Nahwärmenetz bekundet. Noch steht das Dorf ganz am Anfang: Über Standorte, Anschlüsse, Leitungstrasse und Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Energieträger wie Biogas und Holz ist noch nichts entschieden, betonte Volker Schmidt vom Arbeitskreis: „Das ist völlig ergebnisoffen.“

„Hessen-Energie“, eine Agentur, die von der Landesregierung gegründet wurde, hat die Situation in Ellershausen anhand der vorhandenen Zahlen untersucht und analysiert. Rainer Knott stellte die Ergebnisse dieser Vorfeldberatung am Donnerstag vor und erläuterte zahlreiche Randaspekte. Er betonte, dass eine Förderung über die KfW-Bank nur möglich sei, wenn die abgenommene Wärme bei 0,5 Megawattstunden pro Trassenmeter liege. Dieses Ergebnis werde in Ellershausen gerade so erreicht – aber nur, wenn alle Haushalte, die Interesse bekundet haben, auf eine Vollversorgung durch das Nahwärmenetz setzen würden. Sie alle müssten also künftig auf zusätzliche Wärmequellen wie Kamine oder Holzöfen verzichten.

Die Kosten für den Anschluss – Knott bezifferte sie auf rund 19 000 Euro pro Haushalt – lägen etwa auf demselben Niveau wie der Einbau einer Pelletsheizung und Solarthermie. Die Wärme selbst wäre nach seinen Berechnungen nicht billiger als Öl oder Pellets: „Kostenmäßig werden Sie keinen Vorteil haben!“

In seiner Berechnung hatte er allerdings nicht die Einnahmen aus dem Stromverkauf aus einer möglichen Biogasanlage berechnet. Darauf wies Marco Ohme hin, der als Produktmanager von Viessmann vor Ort war. Das Allendorfer Unternehmen wird in den nächsten drei Monaten gemeinsam mit dem Arbeitskreis und der Stadt Frankenau eine Machbarkeitsstudie erarbeiten.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 23. Juli.

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