Hintergrund

Erster Schritt auf Weg zum Ingenieur

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25 Schüler haben die Nachwuchs-Ingenieur-Schule beendet, weitere 15 das erste Jahr absolviert. Im Beisein von Dozenten, Lehrern und Vertretern der Firma Viessmann erhielten sie gestern in Allendorf ihre Urkunden.Fotos: Mark Adel

Allendorf (Eder) - Die erste Stufe auf dem Weg zum Ingenieur haben die Absolventen der "Yea" erreicht: Nach zwei Jahren "Studium" neben der Schule haben sie am Montag ihre Abschlusszertifikate erhalten. Die "Neulinge", die das erste Jahr absolviert haben, erhielten Zwischenurkunden.

Vor zwei Jahren war der erste Jahrgang Jungingeneurs-Schule gestartet, der gestern endete. Ziel der Nachwuchs-Schmiede war, Schüler für technische Berufe, speziell im Ingenieurswesen, zu begeistern. Die Viessmann-Werke hatten das Projekt in Kooperation mit der Edertalschule und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) gestartet. Am Montag erhielten die 25 Absolventen Absolventen ihre Zertifikate, weitere 15 bekamen ein Zwischenzertifikat nach dem ersten Jahr. Im Infocenter der Viessmann-Akademie stellten die Schüler die Ergebnisse ihrer Kurse vor. Lehrer, Eltern und Viessmann-Mitarbeiter verfolgten die Präsentation.

Ein Großteil des Erlernten spielt im „normalen“ gymnasialen Unterricht keine Rolle. So erhielten die Schüler beispielsweise Einblick in computergestützte Zeichenprogramme, so genannte CAD-Systeme. Die Kenntnisse nutzten die Schüler, die noch im ersten Yea-Jahr sind, für eigene Entwicklungen, die höchst unterschiedlich waren: Beispielsweise eine Seilbahn, ein Revolver oder eine Guillotine – jeweils mit Motor und Steuerung.

Von einigen Produkten profitieren auch die Mitschüler: So erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom, die in einem Akku gespeichert werden und am Gymnasium verwendet werden kann. Die Projekte haben die Jugendlichen zwar mit Hilfe von Lehrern und Dozenten entwickelt, dabei aber eigenständig gearbeitet. Viessmann-Ausbildungsleiter Georg Glade fand es deshalb beachtlich, „welche Entwicklung sie in dieser Zeit gemacht haben“.

Viessmann-Verwaltungsrat Klaus Gantner beglückwünschte die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu ihren Urkunden. Ziel sei zum einem, junge Menschen schon in der Schule an technische Berufe heranzuführen. Zum anderen müssten Unternehmen dem Mangel an Fachkräften entgegenwirken. Bis zum Jahr 2025 schrumpfe der Anteil der 15- bis 25-Jährigen um ein Viertel. „Das wird den bereits jetzt bestehenden Mangel verstärken“, sagte Gantner. In Deutschland würden 100000 Ingenieure fehlen. Aus diesem Grund habe „Yea“ Modellcharakter.

Um Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern, habe die Firma Viessmann ihr Engagement noch erweitert, berichtete Gantner. So gibt es Projekte an der Battenberger Gesamtschule, Auszubildende gehen sogar in Kindergärten.

Klaus Gantner warb bei den Yea-Absolventen darum, in der Region zu bleiben und ein duales Studium an der THM zu absolvieren. Wen es in die Welt ziehe, dem biete Viessmann mit seinen 27 Produktions- und 74 Vertriebsstandorten dazu Möglichkeiten.

Stefan Hermes, Leiter der Edertalschule, hob den „Ausnahmestatus“ des Projekts hervor. „Es ist ein ganz besonderes Projekt und eine Form der Begabtenförderung.“ Yea sei eine „außergewöhnliche Orientierungshilfe für die Zukunft, wie auch immer diese Zukunft aussieht“. Er lobte zudem den „immensen Einsatz über den Regelunterricht hinaus“.

„Sie haben Ungewöhnliches erreicht“, sagte Prof. Anita Röhm von der THM. Ein Ziel sei gewesen, die „Faszination Technik“ zu vermitteln.

Lob gab es auch von den Schülern: „Das Wort Vielseitigkeit beschreibt Yea sehr gut“, sagte Jenny Naumann, eine der Schüler, die gestern das Zwischenzertifikat erhielten.

Nach den Sommerferien steigen 20 Jugendliche neu in die Young Engineer Academy ein.

Das Streichquartett der Edertalschule umrahmte den Festakt musikalisch.

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