Markttreff in Somplar

Erster Schritt auf Weg zum Mittelpunkt

+
Gerlinde Christ und Carolin Finger (vorne von links) kümmern sich im kleinen Dorfladen um die Kunden. Über die Eröffnung freuen sich auch Ortsvorsteher Holger Christ (links) und Bürgermeister Karl-Friedrich Frese.Fotos: Mark Adel

Bromskirchen-Somplar - Der Sekt war passend zur Eröffnungsfeier ein Sonderangebot und am Samstag schnell vergriffen. Nun hoffen die Betreiber, dass der neue "Markttreff" weiterhin so gut angenommen wird.

Wie in vielen anderen Dörfern, gibt es in Somplar keinen Laden mehr. Um den Ort attraktiv zu halten, einen Treffpunkt und eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen, hat die Gemeinde im Zuge der Dorferneuerung ein viele Jahre leer stehendes Fachwerkhaus gekauft und umgebaut. Darin befinden sich nun eine Außenstelle des Dorfladens und Räume für Vereine.

Die einstige Scheune kann für Feiern genutzt werden. Im früheren Schweinestall ist schon seit längerem ein kleiner Getränkemarkt untergebracht, der wie das kleine Geschäft ehrenamtlich betrieben wird. Als regelmäßiger „Markttreff“ sollen Händler aus der Region zudem den Somplarern eine weitere Möglichkeit bieten, einzukaufen. Das Haus, dessen Herzstück die alte Scheune ist, soll dann auch ein Treffpunkt für Generationen sein.

Die Gemeinde Bromskirchen hat damit zum einen einen Treffpunkt mitten im Dorf geschaffen, zum anderen hat sie gezeigt, was aus einem völlig heruntergekommenen, seit knapp 30 Jahren leer stehendem Wohnhaus gemacht werden kann. Etwa ein Jahr lang hatten die Arbeiten gedauert.

Billig war das allerdings nicht: Die Kosten waren auf ursprünglich 280.000 Euro veranschlagt, doch diese Summe werde überschritten, sagte Bürgermeister Karl-Friedrich Frese bei der Eröffnung des Markttreffs. 130.000 Euro zahlt das Land Hessen im Zuge der Dorferneuerung. Die Idee war in den Arbeitskreisen zur Dorferneuerung entstanden. Einige Somplarer waren oder sind skeptisch. Um den Markttreff langfristig zu etablieren, sei auch ein langer Atem nötig, erklärte Frese. Möglicherweise könnten dann aber auch Kunden von außerhalb samstags den Markt besuchen.

Der Bürgermeister verwies verwies auf den Bevölkerungsrückgang, der Somplar hart getroffen hat: Die Einwohnerzahl ist seit 1998 von 420 auf 340 Menschen gesunken. Dadurch verliere die Dorfgemeinschaft an Aktivposten. Durch das neue Haus sei ein Treffpunkt an zentraler Stelle im Dorf geschaffen worden. Karl-Friedrich Frese dankte Handwerkern, ehrenamtlichen Helfern, dem Bauhof und Tobias Vaupel, der übergangsweise von der Gemeinde angestellt worden war.

An der Eröffnungsfeier beteiligten sich örtliche Betriebe und Vereine, denen Karl-Friedrich Frese dafür dankte.

Die Sanierung des Hauses und die Einrichtung des Markttreffs samt Außenstelle des Dorfladens ist aber nur ein erster Schritt auf dem Weg zum Somplarer Mittelpunkt. Im nächsten Jahr wird die direkt am Haus verlaufende Straße verlegt, um einen Dorfplatz anlegen zu können. Dann soll das Haus auch barrierefrei erreichbar sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare