Ortsumgehungen im Lahntal

Erster Spatenstich im Juli

+

Münchhausen - Im Jahr 2017 soll der erste, fünf Kilometer lange Bauabschnitt von Wetter bis Goßfelden fertiggestellt sein. Ein erster Schritt auf dem Weg zu der insgesamt 17,6 Kilometer langen neuen Bundesstraße 252 durchs Lahntal.

Das Bundesverkehrsministerium hat die Freigabe von Geld zunächst auf den ersten Streckenabschnitt beschränkt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den kontinuierlichen Bau der Gesamtmaßnahme realisieren können“, sagte Rentsch am Mittwoch im Münchhäuser Bürgerhaus vor Vertretern aus den Orten im Lahntal, der Politik und der heimischen Wirtschaft.

Zuerst wird eine Umgehung von Wetter bis Goßfelden gebaut. Sie habe einen „eigenständigen Verkehrswert“, sagte Rentsch. Das bedeutet, dass für diesen Abschnitt der restliche Teil der Ortsumgehungen nicht von Bedeutung ist. „Die Ortsdurchfahrten von Wetter, Niederwetter und Göttingen erfahren dadurch eine deutliche Entlastung vom Durchgangsverkehr mit all den positiven Effekten hinsichtlich der Lärm- und Schadstoffreduktion“, sagte Rentsch. Rund 15.000 Fahrzeuge passieren derzeit Tag für Tag die Dörfer entlang der B 252. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen 20,8 Millionen Euro. Gesamtkosten: 94 Millionen Euro Die Wirtschaft soll von der Straße profitieren, doch auch für Anlieger bedeutet die Umgehung eine deutliche Entlastung. Der Bund hat das Bauvorhaben in das „Infrastrukturbeschleunigungsprogramm“ aufgenommen, die Mittel für 2013 und 2014 aber auf zehn Millionen Euro begrenzt.

In diesem Jahr kann nun mit dem Bau begonnen werden. Bis zum ersten Spatenstich im Juli müssen Grundstücke gekauft, Bauentwürfe erstellt und die Arbeiten ausgeschrieben werden. Dass der Bund das Geld bereitgestellt hat, sei einer „positiven Penetranz“ zu verdanken, sagte Rentsch. Im vergangenen Jahr hatten Unternehmer Dr. Martin Viessmann, AFK-Vorsitzender Klaus Gantner und der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert an höchster Stelle um Geld geworben – bei Bundesverkehrsminister Peter Ram­sauer (FZ berichtete).

Die ersten Vorplanungen liegen rund 60 Jahre zurück. 1980 tauchte die Ortsumgehung im Lahntal erstmals im Bundesverkehrswegeplan auf. 2006 wurde das Planfeststellungsverfahren beantragt, der Beschluss kam im Juli 2012. „Weiterer Fortgang ist ?vom Bund abhängig“ Wenngleich diese Nachricht gestern mit Applaus aufgenommen wurde, so ist der weitere Fortschritt abhängig von Finanzierungszusagen der Bundesregierung – und die müssen von Jahr zu Jahr neu erteilt werden. Von den jährlich 4,8 Milliarden Euro, die der Bund freigebe, sei die Unterhaltung der Straßen der Schwerpunkt, sagte Martin Weber, Referatsleiter Straßenbau im hessischen Verkehrsministerium.

Gerade­ in Hessen sei der Investitionsbedarf für den Straßenneubau aber sehr hoch. Der Neubau der B 252 im Lahntal sei „in Nord-Süd-Richtung das wichtigste Bauvorhaben in Nordhessen“, sagte Weber. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den kontinuierlichen Bau der Gesamtmaßnahme realisieren können“, erklärte Minister Rentsch. Er werde beim Bund „mit Nachdruck die zeitnahe und ausreichende Mittelbereitstellung bei diesem für die Menschen und die Wirtschaft der Region so wichtigen Bundesstraßenprojekt einfordern“.

Die planerischen Voraussetzungen seien da, sodass die Strecke jederzeit weitergebaut werden könnte, erläuterte Martin Weber auf Nachfrage von Klaus Gantner, Vorsitzender des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen (AFK) in Frankenberg. Weber betonte aber auch: „Der weitere Fortgang ist vom Bund abhängig.“ Wann mit weiteren Bauabschnitten begonnen wird, ist also offen. Dennoch war die Stimmung gestern positiv. Bei Simtshausen sei bereits mit den ersten Ausgleichsmaßnahmen begonnen worden, sagte Münchhausens Bürgermeister Peter Funk. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Umgehung kommt, und sind froh, dass es vorangeht.“

Anwesend waren unter anderem auch der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf (Grüne), der frühere Regierungspräsident Lutz Klein aus Battenberg, der Marburg-Biedenkopfer Kreisbeigeordnete Volker Drothler (CDU), Franz-Josef Mönxelhaus von der Kreisverwaltung des Hochsauerland-Kreises, der CDU-Fraktionschef im Landtag, Christean Wagner aus Goßfelden, und der FDP-Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel aus Vöhl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare