Frankenberg

Erster Stadtrat steht in den Startlöchern

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- Frankenberg (jos). „Seitdem wir wissen, dass Willi Naumann drei Monate lang allein das Zepter schwingen wird, ist der Erste Stadtrat noch stärker in die verwaltungsinternen Dinge eingebunden“, sagt Bürgermeister Christian Engelhardt.

Ob bei den Abteilungsleiter-Runden innerhalb der Stadtverwaltung oder bei Besprechungen mit den Bürgermeister-Kollegen aus dem Frankenberger Land: Seit einigen Wochen schon sitzt Willi Naumann fast immer neben Christian Engelhardt mit am Tisch. Der Hobby-Politiker der Frankenberger Grünen wird ab Dezember für eine Zeit von ungefähr drei Monaten die Amtsgeschäfte des Frankenberger Bürgermeisters übernehmen – denn der amtierende Rathauschef Engelhardt tritt einen neuen Job beim Hessischen Landkreistag in Wiesbaden an.

Eine ähnliche Situation gab es in Frankenberg schon einmal, als der einstige Bürgermeister Helmut Eichenlaub zum Landrat gewählt worden war. Seinerzeit übernahm Stadtrat Günter Langendorf für zwei Monate den Chefposten im Rathaus. Wobei es einen nicht ganz unwesentlichen Unterschied zur damaligen Situation gibt: Willi Naumann ist nicht wie der noch amtierende Bürgermeister Engelhardt Mitglied der CDU, sondern der Grünen.„Mein Vertrauen ist deshalb natürlich nicht geringer“, betont Engelhardt. Aber die Erwartungen an den Ersten Stadtrat seien andere. „Von Willi Naumann wird verlangt, dass er in einem stärkeren Maß zu einem grünen Profil im Magistrat beiträgt“, sagt Engelhardt und findet die Zustimmung seines Stellvertreters.

Einige „Chef-Aufgaben“ will Engelhardt noch abschließen Repräsentative Aufgaben der Stadt übernehmen schon jetzt hauptsächlich Mitglieder des Magistrats – „ich bin derzeit viel unterwegs, nehme mir tageweise Urlaub für den Umzug und kümmere mich um einige wichtige Projekte“, erläutert Engelhardt. Einige, wie er sagt, „typische Chef-Aufgaben“ will der Noch-Bürgermeister vor seinem Weggang erledigt haben. Welche Themen er meint? „Zum Beispiel diskutieren wir darüber, die Stadtwerke zu einem gemeinsamen Unternehmen mehrerer Kommunen zu machen“, sagt Engelhardt. Außerdem müsse die Berufsakademie „abgewickelt“ werden. Und der Umbau der Bahnhofstraße West soll bis zum Zeitpunkt von Engelhardts Weggang so weit vorbereitet sein, dass inklusive der Vergabe der Aufträge alles erledigt ist.

Der Großteil der Arbeit des Bürgermeisters seien allerdings viele Entscheidungen in kleinen Dingen, berichtet Engelhardt. Mit der häufig prall gefüllten Unterschriften-Mappe, die die Mitarbeiterinnen aus dem Vorzimmer zum Bürgermeister bringen, hat sich Willi Naumann schon vertraut gemacht.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 28. Oktober

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