Neuregelung der Kindertagesbetreuung

Erzieher fürchten negative Folgen

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Ulrike Panovsky, Jutta Schmidtmann, Margret Pohlmann und Corinna Rupprecht (von links) gehören zu den Mitarbeitern der vier Kindertagesstätten, die Bürger in Gemünden über das geplante Gesetz informierten und zum Protest dagegen aufriefen.Foto: Simone Sch

Gemünden - Weniger Zeit für Kinder und Eltern sowie verkürzte Öffnungszeiten: Das sind die hauptsächlichen Nachteile, die Erzieher in folge des geplanten Gesetzes befürchten. In Gemünden haben Erzieherinnen aus Gemünden, Halsdorf und Wohra dagegen Unterschriften gesammelt.

Die hessische Landesregierung hat einen Entwurf zur gesetzlichen Neuregelung der Kindertagesbetreuung vorgelegt. Das hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG) tritt am 1. Januar 2014 in Kraft, falls es verabschiedet wird.

Die Mitarbeiter der evangelischen Kitas in Gemünden, Halsdorf und Wohra sowie der Gemündener DRK-Kita „Wolkenland“ befürchten für die Betreuung der Kinder eine Verschlechterung. Im Gemündener Rewe-Markt haben Mitarbeiter gestern Unterschriften gegen die Pläne der Regierung gesammelt. Bereits innerhalb der ersten beiden Stunden haben sie mehr als 100 Unterschriften von Bürgern gesammelt. „Das Interesse an den Belangen der Kinder ist groß“, freute sich Margret Pohlmann, Leiterin der DRK-Kita. Mit ihren Kolleginnen informierte sie über die erwarteten Auswirkungen auf ihre Arbeit in der Erziehung.

Hauptkritikpunkt ist, dass die 1,75 Fachkräfte pro Gruppe nur dann erhalten bleiben, wenn mindestens 25 Kinder in einer Gruppe sind. Das Problem sei dabei aber, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht und daher Plätze freigehalten werden müssen. Aufgrund der geplanten „Stichtagsregelung“ gelte jedoch die Anzahl der Kinder bis zu einem bestimmten Datum - unabhängig davon, ob danach noch weitere hinzukommen. Sind es bis zu diesem Stichtag weniger als 25, würde sich die Zahl der Fachkräfte verringern. Dies habe zur Folge, dass weniger Zeit, etwa für Elterngespräche, Fest-gestaltung und Dokumentationen, bliebe. Auch eine Verkürzung der Öffnungszeiten könnte eine Folge des geplanten Gesetzes sein.

Um dieses Gesetz zu verhindern, haben sich auch sechs hessische Wohlfahrtsverbände zur „Liga der Freien Wohlfahrtspflege“ zusammengeschlossen. Zwischen dem 14. Februar und 25. April sind mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft „Frühe Hilfen in Hessen“ spricht sich gegen den Gesetzesentwurf aus.

Die Unterschriftenlisten liegen in Kitas aus - selbst wenn nicht, sollen Eltern ruhig nachfragen, betonte Jutta Schmidtmann von der Wohraer Kita.

Nähere Infos und digitale Unterschriftenlisten gibt es unter www.entdecker-voraus.de im Internet.

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