Euro-Gespann-Treffen am Wochenende in Reddighausen

Eine Zeltstadt entsteht: Der erste Vorsitzende der Motorradfreunde Reddighausen, Florian Bäumner, zeigt eine Luftbildaufnahme vom Euro-Gespann-Treffen im Jahr 2008. Foto:  Skupio

Auf das Zwei- bis Dreifache seiner Einwohnerzahl wächst das 800-Seelen-Dorf Reddighausen an diesem Wochenende an: Am Festplatz findet das weltweit größte Euro-Gespann-Treffen statt.

Die HNA sprach im Vorfeld mit Florian Bäumner, Vorsitzender der Motorradfreunde Reddighausen, die das Treffen ausrichten, über Schwierigkeiten bei der Organisation, die Besucher und das Besondere der Veranstaltung.

Sie sind 68 Mitglieder im Verein. Wie viele fahren Gespann? 

Florian Bäumner: Es waren mal vier, mittlerweile haben wir jedoch nur noch zwei Mitglieder, die einen Beiwagen am Motorrad haben.

Wie kam das weltweit wohl größte Treffen der Gespannfahrer nach Reddighausen? 

Bäumner: Unser mittlerweile verstorbener langjähriger Vorsitzender Hans-Otto Groß und unser Mitglied Gerhard Kerstein haben das initiiert. Sie sind mit Wolfgang Scherer und Eckhardt Wenzel als Gespannfahrer zu den Treffen gefahren. Als ein neuer Veranstaltungsort gesucht wurde, haben sie Reddighausen ins Spiel gebracht.

Wie viele Gespannfahrer erwarten Sie? 

Bäumner: Wir rechnen mit 800 bis 1400 Gespannen. Besucher werden es weitaus mehr sein, da viele mit ihrer Familie oder zumindest ihrem Partner anreisen und zudem zahlreiche Tagesgäste aus der Region vorbeischauen - und das, obwohl wir so gut wie keinerlei Werbung machen.

Woher kommen die Teilnehmer? 

Bäumner: Sie kommen aus der Schweiz, Österreich, den Benelux-Ländern, Frankreich und Italien. Es sind aber auch Dänen, Norweger, Schweden und Engländer dabei. Wir hatten zudem schon einen Gast aus Australien. Der kam natürlich nicht extra dafür, sondern hat den Besuch mit seinem Europatrip verbunden.

Was sind das für Menschen? 

Bäumner: Vom Besucher mit langer Mähne und Vollbart bis hin zum Zahnarzt. So unterschiedlich die Motorräder, so unterschiedlich sind auch deren Fahrer. Bei einem fährt immer der Hund mit. Ein anderer hat seinen Papagei im Käfig dabei. Jedes Motorrad mit Beiwagen ist ein Individuum, es gibt keinen Hersteller, der ein Gespann produziert.

Wo liegen die Kosten? 

Bäumner: 5000 Euro zahlt man für einen Gebrauchten, nach oben hin kann ein Beiwagen 60.000 Euro und mehr kosten.

Was sind die kuriosesten Beiwagen? 

Bäumner: Es gibt Beiwagen, die aus einem Einkaufswagen hergestellt sind, ein Holländer hatte seinen als Holzschuh modelliert, und ein anderer hatte ein Boot an seinem Motorrad. Es gibt auch doppelte hinter- und nebeneinander. Alles muss aber vom Tüv abgenommen werden.

Was ist das Besondere an dem Treffen? 

Bäumner: Es ist familiär. Beim ersten Treffen 1989 waren über 100 Kinder dabei. Außerdem ist es behindertengerecht, uns besuchen vier Rollstuhl-Gespannfahrer. Das Kommerzielle steht nicht im Mittelpunkt, das Treffen ist für Selbstversorger gedacht. Für das leibliche Wohl ist aber gesorgt.

Was es anfangs für Schwierigkeiten bei der Organisation gab, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberg

Quelle: HNA

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