Allendorf (Eder): Neujahrsempfang des Mittelzentrums

Euro-Rettung, Profi-Fußball und Teddybären

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- Allendorf (Eder) (da). Vertreter von Vereinen, Institutionen, Firmen und Politik nutzen den Neujahrsempfang zum Treffen, zum Austausch und zum Wiedersehen: Die Mittelzentrumspartner Allendorf und Battenberg hatten bereits zum neunten Mal eingeladen.

Eine angenehme Atmosphäre, lockere Stimmung, gut gelaunte Gäste: Das zählt zu den bewährten Bestandteilen des Empfangs. Bürgermeister Claus Junghenn stellte in seiner Begrüßung „keine Abnutzungserscheinungen“ fest: Insgesamt nutzten mehr als 450 Gäste im Allendorfer Bürgerhaus die Gelegenheit zum Austausch. Gäste, „die allesamt in der Synthese ihrer Arbeit in erheblichem Maße dazu beitragen, dass unser Leben hier im oberen Edertal angenehm und lebenswert ist“, wie Junghenn es ausdrückte.

Als „Standortbürgermeister“­ begrüßte er die Teilnehmer des Empfangs. Ergänzend waren in diesem Jahr auch Gäste aus Bromskirchen und Hatzfeld eingeladen worden. Eingeladen hatten die Bürgermeister der Mittelzentrumspartner Allendorf und Battenberg, Claus Junghenn und Heinfried Horsel. Unter den Gästen waren heimische Landtagsabgeordnete, der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf sowie Uwe Ermisch und Karl-Friedrich Frese, Bürgermeister in Hatzfeld und Bromskirchen.

Als Gastredner sprach Rolf Hocke, Präsident des Hessischen Fußballverbands und Vize-Präsident des DFB, zu den rund 450 Besuchern im Allendorfer Bürgerhaus. Claus Junghenn hatte einleitend auf die Bedeutung des Sports in den Kommunen hingewiesen. Das vertiefte Hocke: „Sport ist ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaftsordnung.“ Sport vermittele Fair Play, Teamfähigkeit und andere positive Eigenschaften.

Eine besondere Bedeutung komme dabei dem Fußball zu „als dem Sport, der am meisten ausgeübt wird“. „Fußball ist Integration per se.“ Er appellierte an die Bürgermeister, den Sport zu unterstützen und nicht als „notwendiges Übel“ zu betrachten. Über weite Strecken war Hockes Rede allerdings lediglich eine Verteidigung der Milliardenumsätze im Profifußball. „Die wirtschaftliche Dimension ist unglaublich.“ In der Saison 2009/10 sei ein Umsatz von 2,83 Milliarden erzielt worden, 700 Millionen Euro seien als Steuern und Abgaben an den Fiskus geflossen.

Der DFB zahle jedes Jahr je fünf Millionen Euro an jeden Landesverband. „Der Profifußball unterstützt den Amateurfußball, weil er ihn auch braucht.“ Es sei ein „gegenseitiges Geben und Nehmen“. Er als Funktionär erhalte allerdings lediglich eine Aufwandsentschädigung, die er auch noch versteuern müsse. Die Bürgermeister Junghenn und Horsel bekamen für ihre Dienstzimmer je einen großen DFB-Wimpel, Friedhelm Briel vom SV Allendorf freute sich über einen Fußball.

Bürgermeister Claus Junghenn blickte auf das vergangene Jahr zurück und nahm die Euro-Rettung ins Visier. Es müsse „die Frage nach der Effizienz der geschnürten Rettungspakete erlaubt sein“, in die Deutschland das meiste hineinstecke. „Ich denke oft darüber nach, ob nicht in der Euro-Krise ein Ende mit Schrecken besser wäre als der bereits abzusehende Schrecken ohne Ende.“

Ein geistliches Schlusswort sprach der Allendorfer Pfarrer Gerald Rohrmann. Er bezog sich auf die Jahreslosung: „Gott spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korintherbrief 12,9 ).

Es war der Konfirmationsspruch von Margarethe Steiff, „Mutter“ der berühmten gleichnamigen Kuscheltiere. Ihren Lebensweg – an Kinderlähmung erkrankt, lernte sie Näherin und baute die Firma auf – nahm er als Beispiel. Es gehe darum, Menschen stark zu machen: „Durch ein Kuscheltier, durch ein Gebet, indem wir die Losung weitersagen: Gottes Kraft ist gerade in den Schwachen ganz besonders mächtig.“

Das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich umrahmte den Neujahrsempfang musikalisch.

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