Sammeln ist erlaubt, es besteht aber Verwechslungsgefahr

Experten warnen vor giftigen Pilzen

Experten warnen vor giftigen Pilzen

Waldeck-Frankenberg. Pilze haben derzeit Hochsaison in unserer Region. Die Hitze im Sommer und nun die Feuchtigkeit haben für beste Bedingungen gesorgt. Experten warnen allerdings davor, Pilze zu sammeln und zu essen, die man nicht kennt.

„Die Verwechslungsgefahr ist sehr hoch“, sagt der Frankenberger Biologe Gerhard Kalden. „Es gibt auch bei uns gefährliche und sogar tödliche Pilze“, erklärt Dr. Ekkehardt Tippmann. Der frühere Frankenberger Apotheker gilt in der Region als Pilz-Experte. Oft würden beispielsweise der weiße und grüne Knollenblätterpilz mit dem Champignon verwechselt.

Der Unterschied: Der Champignon hat rosa, im Alter braune Lamellen, der Knollenblätterpilz immer weiße. Ein Risiko bestehe allerdings, wenn beide klein und noch geschlossen sind. „Es ist interessant, ein Pilz-Buch mit in den Wald zu nehmen, wer sich bei einem Pilz aber nicht sicher ist, sollte ihn stehen lassen“, sagt Tippmann. Fehler würden oft auch bei der Zubereitung gemacht. Pilze sollten immer mindestens 15 Minuten gekocht, gebraten oder gegart werden, rät der Experte. Verdorbene Pilze könnten zu einer Vergiftung führen.

Der Gallenröhrling, der dem Steinpilz ähnelt, schmecke sehr bitter. Der Hallimasch, ein Baumpilz, führe zu Durchfall, wenn er nicht richtig gar ist. „Wer nach dem Essen Probleme bekommt, sollte einen Arzt anrufen.“ Waldeck-Frankenberg gilt wegen des vielen Waldes als Pilz-Region. Pilze für den eigenen Bedarf zu sammeln, sei grundsätzlich erlaubt, sagt Tippmann.

Gewerbliches Sammeln von Pilzen, also für den späteren Verkauf, sei allerdings verboten. Eine Sonderregelung gilt im Nationalpark Kellerwald-Edersee: Hier ist es generell verboten, Pilze oder Kräuter zu sammeln. „Man darf nichts aus dem Nationalpark mitnehmen“, erklärte eine Sprecherin des Nationalpark-Amtes. (jpa)

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in den gedruckten Sonntagsausgaben der HNA Frankenberger und Waldecker Allgemeine

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare