Aktion „Park dein Handy, wenn du fährst!"

Fahrschullehrer mit Handy am Steuer erwischt

Verkehrssünder im Auge: Uwe Völker (links) und Dietmar Lenski vom Automobil-Club Europa (ACE) haben an der Kreuzung am Landratsamt in Frankenberg Verkehrsteilnehmer mit Handy am Steuer gezählt. Foto:  Skupio

Frankenberg. Der Automobil-Club Europa (ACE) hatte es am Dienstagvormittag in Frankenberg auf Verkehrssünder abgesehen.

Eineinhalb Stunden wurde für die Aktion „Park dein Handy, wenn du fährst!" gezählt, wer verbotenerweise mit Handy am Steuer saß.

„Das Ergebnis ist besser als in anderen hessischen Städten“, sagte Uwe Völker, Regionalbeauftragter des ACE für Hessen, der zusammen mit Dietmar Lenski vom Kreisvorstand Nordhessen den Verkehr rund ums Landratsamt in Frankenberg beobachtete. „Einer ist aber schon einer zuviel."

Anlass der Aktion 

Seit 2010 ist die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland innerhalb von vier Jahren von 8,4 Millionen auf 40,4 Millionen gestiegen. Parallel dazu wurden steigende Zahlen bei Unfällen mit ungeklärter Ursache festgestellt. Innerhalb von fünf Jahren hatte sie sich bis 2013 um 56 Prozent erhöht. Verkehrsverbände vermuten einen Zusammenhang

Für Verkehrssicherheit 

Bundesweit haben 120 Kreise an der Aktion „Park dein Handy, wenn du fährst!“ mitgemacht. Seit 2005 gibt es die jährliche Aktion zur Verkehrssicherheit des Automobil-Clubs Europa. So wurde sich bereits Schlaglöchern, Zebrastreifen, Stoppschildern, dem Anschnallen, Blinken, dem Schulweg und der Sicherheit von Fahrrädern gewidmet.

Auswirkungen 

Tippen am Steuer erhöht laut Verkehrswachtstiftung Niedersachsen das Unfallrisiko um das 23-fache. Bei Tempo 50 bedeutet ein zwei Sekunden langer Blick aufs Handy 30 Meter ohne Sicht, was mehr als der Länge eines Tennisplatzes entspricht. Bei Tempo 80 sind es schon 45 und bei Tempo 100 rund 60 Meter im Blindflug.

Beobachtungen 

Waren es bei der ersten Zählung in Frankenberg am 14. März innerhalb einer Stunde zwei Frauen und drei Männer, so wurden am Dienstag zwischen 11 und 12.30 Uhr fünf Männer und sechs Frauen mit dem Handy am Steuer ertappt. „Darunter der Fahrer eines Holzlasters und sogar ein Fahrschullehrer“, sagt Völker.

Städte im Vergleich 

In Frankfurt wurden in drei Stunden 88 Verkehrsteilnehmer beim Telefonieren und 62 beim Tippen erwischt. In Gießen waren 188 am Telefonieren und 25, die aufs Handy tippten.

Kurioses 

Im Zuge der Aktion hat Völker allein in Gießen ein Auto einer Fahrschule, der Polizei, vom Gartenamt, einen Busfahrer (in Marburg sogar einen Schulbusfahrer) und einen ADAC-Pannenfahrer beim Telefonieren ohne Freisprechanlage beobachtet.

In Herborn wurden zwei Fahrer mit Döner und einer mit einem Eisbecher in der Hand gesehen, in Wiesbaden, Gießen und Marburg hatten Autofahrer sogar ein Tablet auf dem Lenkrad liegen. Zwei Frauen hatten ihr Handy zwar nicht am Ohr, aber in der Hand und telefonierten per Lautsprecher.

Quelle: HNA

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