Polizei gibt Tipps, gefälschte Online-Shops zu erkennen

Fake-Shops im Internet: So fielen Waldeck-Frankenberger darauf rein

Auf der Webseite eines Online-Shops sind Symbole und die Worte „Mein Konto und „Los“ abgebildet. Online-Marktplätze wie Amazon oder Ebay sind für die Verbraucher wegen des großen Angebots attraktiv. Deshalb öffnen inzwischen auch immer mehr Handelsketten ihre Online-Shops für Drittanbieter. Foto: Arno Burgi/zb/dpa
+
Symbolfoto eines Online-Shops

Ein Schnäppchen im Internet: Viele Menschen freuen sich, wenn sie online ein vermeintlich günstiges Angebot entdeckt haben. Diese Schnäppchen erweisen sich aber oft als Betrug, warnt die Polizei und berichtet von zwei Opfern aus Waldeck-Frankenberg.

Für Kriminelle ist dieses Online-Shopping ein lukratives Geschäft, schilderte die Polizei. Mithilfe gefälschter Verkaufsplattformen, sogenannten Fake-Shops, betrügen sie nach Angaben der Gesetzeshüter Online-Käufer um Waren und Geld.

Auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg haben in jüngster Zeit wieder die Fälle des Betruges mit Fake-Shops, bei dem bestellte und bezahlte Ware nicht geliefert wird, zugenommen, informierte Kriminalhauptkommissar Dirk Richter, Pressesprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, gegenüber unserer Zeitung.

Auch diese Käufer hatten im Internet ein vermeintliches Schnäppchen entdeckt, überwiesen das Geld an den angeblichen Verkäufer, erhielten aber nicht die bestellte Ware.

Zwei Fälle in Waldeck-Frankenberg

In den zwei nachfolgend beschriebenen Fällen wurden die Käufer Opfer von Betrügern, die im Internet Fake-Shops eingerichtet hatten. So kaufte eine 42-jährige Frau aus dem Edertal über einen Internetshop ein Fahrrad im Wert von 2000 Euro. Nachdem sie bezahlt hatte, wartete sie vergeblich auf die Lieferung des hochwertigen Bikes: Sie war auf einen Fake-Shop reingefallen, der danach nicht mehr existierte, schilderte Kriminalhauptkommissar Dirk Richter.

Ähnlich erging es auch einer 39-Jährigen aus Allendorf/Eder. Sie freute sich über ein vermeintliches Schnäppchen: Sie hatte Gartenmöbel für rund 360 Euro im Internet bestellt und bezahlt. Dirk Richter: „Die Freude der Frau dauerte aber nicht lange an. Die Ware wurde nicht geliefert, das Portal im Internet wurde gelöscht.“

Der Kriminalhauptkommissar weist darauf hin, dass „die Käufer vorsichtig sein sollten, wenn sie ausschließlich per Vorkasse bezahlen können“. Besonders vorsichtig sollten die Käufer sein, wenn sich die Konten der Unternehmen im Ausland befinden, der Shop seinen Sitz aber in Deutschland hat. Käufer sollten daher auf die Landeskürzel der IBAN (Internationale Bankkontonummer) achten. 

Wenn jemand bereits Opfer eines Betruges durch einen Fake-Shop geworden sind, rät die Polizei: Machen Sie, sofern dies möglich ist, geleistete Zahlungen rückgängig. Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. Speichern Sie den relevanten digitalen Schriftverkehr ab und fertigen Sie Screenshots von der jeweiligen Seite im Internet.

Das sind Fake-Shops

Fake-Shops sind gefälschte Internet-Verkaufsplattformen, die äußerlich schwer bis kaum von real existierenden Webseiten zu unterscheiden sind. Sie wirken daher seriös. Fake-Shops blenden die Konsumenten mit attraktiven Angeboten. Sie arbeiten mit gefälschten Webseiten und nutzen missbräuchlich Artikelfotos, Namen und Impressen tatsächlich existierender Unternehmen oder auch komplett gefälschte Impressen. Die meisten seriösen Shops bieten Kunden im Vergleich zu Fake-Shops verschiedene Möglichkeiten der Bezahlung an. 

Wie kann man einen Fake-Shop erkennen? Die Polizei gibt folgende Tipps:

  • Prüfen Sie das Angebot mit einer Checkliste. Wenn mehrere Punkte zutreffend sind, ist Vorsicht angebracht. Es könnte sich um einen Fake-Shop handeln:
  • Die URL (Link oder die Adresse einer Webseite) des Shops weist keine gesicherte Verbindung (https) auf.
  • Die angebotenen Produkte werden als „echtes Schnäppchen“ wahrgenommen, sind extrem günstig.
  • Die Stückzahl der „Schnäppchen“ ist begrenzt oder zeitlich eingeschränkt.
  • Die Bezahlung ist nur per Vorkasse möglich, obwohl andere Bezahlmöglichkeiten ohne Funktion aufgeführt werden.
  • Oft fehlt das Impressum oder es ist unvollständig.
  • Die Kundenbewertungen sind durchgängig positiv.
  • Kontaktmöglichkeiten fehlen oder sind ohne Funktion.
  • Der aktuelle Lieferstatus kann nicht abgerufen werden.
  • Bestell-, Zahlungseingangs- und Versandbestätigungen bleiben aus.
  • Teilweise machen sich Fake-Shop-Inhaber auch große Onlineplattformen zu Nutze und verlinken von dort auf fremde, tatsächlich existierende Onlineshops.
  • Teilweise machen sich Fake-Shop-Inhaber auch große Onlineplattformen zu Nutze und verlinken von dort auf fremde, tatsächlich existierende Onlineshops.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare