Drei Tage lang wird „Notverfahren Wasserlandung“ geprobt

Spektakuläre Fallschirmspringerübung über dem Edersee

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Auf die zehn Springer warten zehn Boote im Wasser: Gemeinsame Übung der Fallschirmjäger von britischen, niederländischen, amerikanischen und deutschen Soldaten am Edersee.   

Waldeck. Drei Tage lang probt die Division Schnelle Kräfte (DSK) mit Spezialkräften der deutsch-niederländischen Brigade sowie britischen und amerikanischen Kameraden das „Notverfahren Wasserlandung“.

Es gilt als eines der schwierigsten Manöver für Fallschirmspringer, weil sie etwa 50 Meter über der Wasseroberfläche den unteren Gurt ihres Fallschirms lösen und den Notfallschirm abklappen müssen. Nur so können sie gleich nach dem Eintauchen ins Wasser ihren Fallschirm abstreifen und sich frei schwimmen. 

Unter dem nassen Schirm besteht Gefahr zu ertrinken. Damit bei der Übung nichts schiefgeht, warten in der Absprungzone zehn Boote von DLRG und eigenen Kräften, um die Springer und ihre Schirme schnell zu bergen.

Mit dabei waren gestern auch vier weibliche Springerinnen. Sie alle stürzten sich unter Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen aus dem Transporthubschrauber CH 53 einer gecharterten M28 und dem Transportflugzeug C160 Transall, die jeweils vom Viessmann-Flugplatz in Allendorf starteten. 

Anders als die so genannten Freifaller, die aus Höhen von etwa 4000 Metern im Schutz der Dunkelheit hinter feindlichen Linien abspringen und Landezonen vorbereiten, setzen die Automatikspringer aus nur 400 Metern ab. Für den freien Fall bleibt da nicht viel Zeit. Deshalb hängen Springer hier ihre verlängerten Reißleinen schon im Laderaum ihres Lufttransporters ein.

Blick auf die Staumauer am Edersee: Das C160 Transall-Transportflugzeug ist kurz zuvor in Allendorf gestartet.   

Kurz nach dem Fall aus der Maschine öffnet der Fallschirm und es bleiben etwa 90 Sekunden bis zur Landung. Bei der Wasserlandung kommt es darauf an, rechtzeitig, also etwa in 50 Metern Höhe die unteren Gurte zu lösen, so dass nach der Landung alles ganz schnell gehen kann. Bis zur Landung hängen die Springer nur noch in den oberen Gurten. Das muss geübt werden.

Wegen zu starken Windes am Boden musste die Übung am Mittwochmorgen unterbrochen werden. Zulässig sind 15 Knoten (rund 28 km/h) Windgeschwindigkeit am Boden. Gemessen wurden 20 Knoten (rund 37 km/h), Tendenz steigend. Zu starker Wind kann die Springer gefährlich weit von der Landezone weg blasen und bei Bodenkontakt zu gefährlichen Verletzungen führen.

Der Moment des Absprungs aus der C160 Transall: Die Schirme öffnen sich gleich automatisch, weil die Springer die Gurte zum Öffnen in der Maschine eingehakt haben.   

Für die Springer eine schlechte Nachricht. Schließlich hatten sie lange auf diese Übung gewartet. Es war trocken, die Sonne schien, aber eben zu viel Wind. So mussten von den 40 Springern, der am Mittwochmorgen in Allendorf aufgestiegen waren, zehn wieder unverrichteter Dinge in Allendorf aussteigen. Immerhin: 30 Kameraden hatten einen guten Sprung mit Blick auf die Staumauer.

Quelle: HNA

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