Kein Brand in Sicht

Falscher Notruf: Rettungskräfte rückten vergebens aus

Bromskirchen. Da haben die Bewohner der Grünewaldstraße 17 in Bromskirchen gestaunt, als am Montag die Feuerwehr in voller Montur vor ihrer Tür stand und eine brennende Gardine löschen wollte. Denn gebrannt hatte bei ihnen zu diesem Zeitpunkt nichts.

Laut Polizei Frankenberg hatte ein Fehlalarm dafür gesorgt, dass die Einsatzkräfte nach Bromskirchen geschickt wurden.

Kurz nach 13 Uhr sei in der Leitstelle in Meschede (Hochsauerlandkreis) unter der 112 ein Anruf eingegangen, der den Brand einer Gardine in dem Wohnhaus meldete. Die Polizei schickte daraufhin Einsatzwagen und Rettungskräfte los, die Leitstelle in Korbach alarmierte die Feuerwehren aus Somplar und Bromskirchen.

Die Polizei habe schon während der Fahrt die Information bekommen, dass es sich um einen Fehlalarm handele. „Da hat sich wohl jemand einen Scherz erlaubt“, vermutete eine Polizeisprecherin. Der Anrufer soll eine jugendliche Stimme gehabt haben.

Ein Fehlalarm kann ernste Konsequenzen haben. „Das ist ein Missbrauch von Notrufanlagen, was laut Paragraf 145 Strafgesetzbuch mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet werden kann“, sagt Ludger Rath, Pressesprecher der Polizei in Meschede. Auch Jugendlichen über 14 Jahren drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Der Anruf stammte laut Rath aus einer Telefonzelle. „Wir können schnell herausbekommen, woher genau der Anruf kam“, sagte er. Vermutlich werde nun die Kripo dem falschen Alarm nachgehen.

Der Bromskircher Gemeindebrandinspektor Reiner Strieder sagte, er habe so etwas in seiner Amtszeit zum ersten Mal erlebt. Der Fehlalarm sei ärgerlich, nicht nur aus Kostengründen. „Ein Einsatz birgt immer ein Risiko. Allein bei der Anfahrt kann etwas passieren, wenn die Kameraden alarmiert und voller Adrenalin zum Einsatzort fahren.“ Es sei nicht auszudenken, wenn jemand „nur wegen so einem Mist“ verunglücke, sagte Strieder. (sib)

Quelle: HNA

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