Pfarrer Dr. Uwe Buß hat eine Pfarrstelle im Odenwald angenommen

Familie Buß verlässt Bromskirchen

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Familie Buß, links Anike, Conny, Uwe und Lisanne, vorn Jeppe und Familienhund Balou. Foto: Andrea Pauly

Bromskirchen - Er würde nicht für irgendeine neue Stelle aus Bromskirchen weggehen, sagt Uwe Buß. Doch die Gemeinde Rimbach im Odenwald war so reizvoll, dass er nicht „Nein“ sagen konnte, als er gefragt wurde.

Nach sieben Jahren verlässt Pfarrer Dr. Uwe Buß die evangelischen Gemeinden Bromskirchen mit Somplar, Neuludwigsdorf und Dachsloch sowie Hallenberg mit Braunshausen, Liesen und Hesborn. In den Sommerferien zieht die fünfköpfige Familie in den Odenwald. Die Gemeindearbeit in Bromskirchen und Hallenberg übernimmt bis März 2013 Pfarrer Ernst-Dieter Mankel.

Neue Schwerpunkte

Uwe Buß kennt seine neue Gemeinde bereits: Vor seiner Zeit im Ederbergland hat er dort als ehrenamtlicher Pfarrer einige Gottesdienste gehalten und Kinder getauft - auch sein eigener Sohn Jeppe wurde damals dort getauft. Weil der aktuell tätige Pfarrer in den Ruhestand geht (siehe auch Text unten), kamen die Menschen aus Rimbach auf Buß zu und fragten ihn, ob er die Pfarrstelle übernehmen wolle. Der Pfarrer bewarb sich, nun wurde er auch gewählt.

„Dieses Angebot ist einfach reizvoll“, begründet Uwe Buß sein Interesse an der Pfarrstelle. Das liegt nicht nur an der Lage - Rimbach ist nur eine halbe Stunde Fahrzeit von Mannheim und Heidelberg entfernt -, auch seine Arbeit als Pfarrer wird neue, andere Schwerpunkte haben: Es gibt dort zahlreiche ehrenamtlich tätige Gruppen, von Hauskreisen bis hin zu Pfadfindern. In der Gemeinde finden die Gottesdienste mit wöchentlich wechselnden Schwerpunkten statt, zu denen die Gemeindeglieder aus mehreren Orten zusammentreffen.

Kein leichter Abschied

Der Abschied von Bromskirchen fällt der Familie nicht leicht. Die Gemeinden Bromskirchen und Hallenberg waren Buß‘ erste Pfarrstelle, sie wurde ihm damals zugewiesen. „Ich habe hier erfahren, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Menschen und Vereinen ist“, sagt Buß. Der Pfarrer gehöre bei allen Veranstaltungen mit vielen Menschen einfach dazu. Vor allem aber hätten ihn die Geschich-ten der Menschen geprägt, die er im Lauf der Jahre bei Veränderungen und in Krisen begleitet hat. Er habe erlebt, dass er für manche das Gesicht der Kirche ist, berichtet Uwe Buß.

Die drei Kinder Lisanne, Anike und Jeppe waren gar nicht begeistert, als sie erfuhren, dass sie möglicherweise umziehen. Lisanne (15) muss die zehnte Klasse in einer neuen Schule beginnen. Sie werde in der Jungschar-Betreuung in Bromskirchen eine große Lücke hinterlassen, sagt ihre Mutter Conny. Anike (13) ist in der LG Eder aktiv und wird dort fehlen.

Für Jeppe (8) bedeutet der Umzug mehr als für alle anderen einen Neuanfang: „Er war eineinhalb, als wir hierher kamen. Er kennt nichts anderes als Bromskirchen“, sagt Conny Buß.

„Aber sie freuen sich auch darauf“, sagt Uwe Buß, „sie kennen ja schon einige Leute in Rimbach.“ Der neue Lebensmittelpunkt der Familie hat auch Vorteile: Die Schul-wege zum Beispiel werden bedeutend kürzer, denn alle Schulen sind in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Für Anike, die derzeit die Edertalschule in Frankenberg besucht, bedeutet das täglich zwei Stunden Zeit, die sie nicht im Bus verbringt.

Auch Conny Buß sieht dem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen: Ihr werden vor allem die Kinder in der Kirchengemeinde fehlen, die sie hat aufwachsen sehen. Außerdem fällt ihr der Abschied von ihrer Arbeit als Diätassistentin in Battenberg schwer. Besonders traurig ist sie darüber, dass sie bei der „Komödie Frankenberg“ nicht mehr mitspielen kann.

Trotzdem ist die Familie zuversichtlich: „Wir sind oft umgezogen und haben gelernt, dass gute Freundschaften auch Distanz aushalten“ - und das werde sicher auch in Bromskirchen so sein.

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