Frankenberg

Familienstadt-Managerin kündigt noch in Probezeit

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- Frankenberg (jos). Nachdem Silke Elzenbeck noch in der Probezeit gekündigt hat, sollen zwei Frauen das Familienbüro und die Aktionen rund um das Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“ künftig gemeinsam leiten: Evelyn Jacobs und Christina Hartmann. Mit dieser „Tandem-Lösung“ sei er sehr zufrieden, betonte Bürgermeister Christian Engelhardt am Montag im Gespräch mit der FZ.

Er sei sehr überrascht gewesen, dass Silke Elzenbeck ihre neue Stelle noch in der Probezeit gekündigt habe. Die gebürtige Fränkin habe „familiäre Gründe“ für die Kündigung genannt.

Eine neue Ausschreibung der Stelle hätte viel Zeit gekostet, sagte Engelhardt. Er habe aber nach einer schnellen Lösung gesucht – und sei dabei rasch „fündig“ geworden. Die Stabstelle übernimmt Evelyn Jacobs, die seit zwölf Jahren als Wirtschaftsfördererin bei der Stadt beschäftigt ist. „Sie ist im Bereich Unternehmen und Arbeitsagentur sehr gut vernetzt“, erklärte der Bürgermeister. Das passe gut mit dem Schwerpunkt-Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zusammen. „Außerdem ist Frau Jacobs selbst Mutter zweier Kinder und berufstätig“, ergänzte Engelhardt.

Als Frauenbeauftragte der Stadtverwaltung wisse Jacobs genau um die Sorgen von berufstätigen Müttern. „Sie hat viel Erfahrung und bringt das nötige Einfühlungsvermögen mit“, so Engelhardt. Ursprünglich wollte er eine Sozialpädagogin für die Stabstelle haben. „Aber eigentlich sind die Aufgaben viel mehr organisatorischer Natur“, erklärte der Bürgermeister.

Mit Christina Hartmann steht Jacobs eine gelernte Erzieherin zur Seite. Sie ist als Mitarbeiterin der Einkaufskinderbetreuung bereits für das Familienstadt-Projekt tätig. Hartmanns Arbeitszeit werde von 20 auf 25 Stunden pro Woche aufgestockt. „Sie übernimmt künftig mit Frau Jacobs zusammen die Weiterentwicklung des Familienstadt-Projekts“, erklärte Engelhardt.

Die Zukunft der städtischen Wirtschaftsförderung solle in den nächsten Tagen geklärt werden. Die „großen Dinge“ seien bei der Stadt Frankenberger ohnehin „Chefsache“. Dennoch plane er, einen neuen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin einzustellen, sagte Engelhardt.

Jacobs und Hartmann freuen sich indessen bereits auf die neuen Aufgaben. „Ich kann gut organisieren und auch die Arbeit mit Kindern ist für mich nichts Neues“, sagte Evelyn Jacobs. Ob die Organisation des Kinderkarnevals in Allendorf oder die Leitung von Krabbelgruppen – schon immer habe sie sich auch ehrenamtlich in Sachen Kinder engagiert.

Beruflich war Jacobs nach ihrem Studium der Geografie in Gießen zunächst als Dozentin in Holland tätig, bevor sie wissenschaftliche Referentin bei der Firma Viessmann wurde. Die Stelle als Wirtschaftsfördererin bei der Stadt sei ihr in den vergangenen zwölf Jahren sehr ans Herz gewachsen. „Etwas Wehmut ist schon dabei“, sagt die 47-Jährige im Hinblick auf ihren beruflichen Wechsel innerhalb der Stadtverwaltung.

Christina Hartmann war als Erzieherin zunächst in Marburg und dann im DRK-Kindergarten in Frankenberg tätig. Auch wenn der Lärmpegel in der Einkaufskinderbetreuung nicht ohne sei – „es ist eine spannende Beschäftigung und man weiß nie, was passiert“, sagt die 33-Jährige, die sich über ihre Beförderung zur Projektleiterin freut.

Das Familienstadt-Projekt läuft noch bis Ende 2015. Wie hoch die Förderung durch das Land Hessen künftig sein wird, stehe noch nicht fest, erklärte Engelhardt auf Nachfrage. Voriges Jahr seien etwas mehr als 400 000 Euro aus Wiesbaden geflossen. Für die nächsten Jahre hat die Stadt bislang nur eine grundsätzliche Zusage über die Fortführung des Projekts. Mit einem Bewilligungsbescheid über eine konkrete Summe rechnet Engelhardt im Frühjahr. Für März habe sich Sozialminister Stefan Grüttner zu einem Besuch angekündigt.

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