Frankenberg: Nach wie vor weist die Stadt Christian Engelhardt und Daniela Neuschäfer als Ansprechpartner aus

„Familienstadt“ wird „Köpfe“ nicht los

- Frankenberg (rou). Wer an die „Familienstadt mit Zukunft“ denkt, dem fallen unweigerlich zwei Namen ein: Christian Engelhardt und Daniela Neuschäfer, die Köpfe des Modellprojekts. Dem Stadthaus haben sie den Rücken gekehrt, doch die Stadt weist sie auf Flyern und in Broschüren weiter als Ansprechpartner aus.

Knapp 125 Euro, Versand inklusive, kostet bei einem Internetanbieter der Druck von 1000 Flyern in der Größe DIN A6. Heimische Druckereien verlangen vermutlich ähnlich viel Geld für einen solchen Auftrag. Das Stadtsäckel ist zwar ziemlich leer, der finanzielle Aspekt sollte dennoch nicht der ausschlaggebende Grund dafür sein, dass die Stadt veraltetes Informationsmaterial an junge Familien ausgibt.

Die, nennen wir es mal, Gedankenlosigkeit, sorgte jedenfalls am Rande der jüngsten Übergabe der Neugeborenen-Sparbücher an Eltern aus der Kernstadt und den Stadtteilen für Erheiterung, bei einigen auch für Kopfschütteln. In den „Willkommens-Paketen“, die Erster Stadtrat Willi Naumann am Mittwochnachmittag in der Ederberglandhalle verteilte, befand sich unter anderem ein kleiner „Waschzettel“ mit den Öffnungszeiten der Einkaufskinderbetreuung in der Bahnhofstraße 25. Als eine von zwei Ansprechpartnerinnen ist dort Daniela Neuschäfer angegeben, zu erreichen unter 06451/505117 oder 408437. Doch diese beiden Telefonhörer nimmt sie schon seit Oktober 2010 nicht mehr ab.

Zur Halbzeit des „Familienstadt“-Projektes kündigte die Sachbearbeiterin bekanntlich ihre Stelle bei der Stadtverwaltung und wechselte an die Universität nach Kassel. Vielleicht hoffen die Verantwortlichen im Rathaus einfach nur, dass die Zeit das Aktualitätsproblem lösen wird: Schließlich ist nicht auszuschließen, dass Neuschäfer wieder in der Stadtverwaltung zu erreichen ist. Sie bewirbt sich immerhin um das Bürgermeisteramt. Mehr als 800 Neugeborenen-Sparbücher sind zwischen 2005 und 2011 angelegt worden. Und unterstellt, dass jedes Elternpaar auch einen dieser Info-Flyer mit den Öffnungszeiten der Einkaufskinderbetreuung erhalten hat, bleibt nur die Vermutung, dass seinerzeit eindeutig zu viele Info-Zettel bei der Druckerei in Auftrag gegeben worden sind.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 11. Februar.

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