Ausstellung in Stadtbücherei

Fantasie kennt keine Grenzen

Frankenberg - Schon ein bisschen kurios, was alles als Lesezeichen verwendet wird - etwa ein Eiskratzer, eine alte Telefonkarte und ein Päckchen Backpulver. Das dachte sich auch das Team der Frankenberger Stadtbücherei und organisierte die Ausstellung "Was nach dem Lesen übrig blieb", die seit Mittwoch im Steinhaus zu sehen ist.

Barbara Manke muss immer noch ein bisschen schmunkeln, wenn sie sich die Pinnwand betrachtet, die sie und ihr Team der Frankenberger Stadtbücherei zwei Wochen lang für eine Ausstellung der ganz besonderen Art nutzen. Die Leiterin der Bibliothek hat sich mit ihren Mitarbeiterinnen für die bundesweite Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ etwas „Kurioses“ einfallen lassen: Gegenstände, die als Lesezeichen umfunktioniert wurden, präsentieren sie bis zum 7. November während ihrer Ausstellung unter dem Motto „Was nach dem Lesen übrig blieb“.

Seit etwa 2002 gesammelt

„Wir haben seit etwa 2002 die Lesezeichen gesammelt, die nach der Lektüre in den Büchern vergessen wurden“, führt Manke aus. In den Büchern, die nach dem Lesen an die Stadtbücherei zurückgegeben wurden, fanden das Personal und andere Bibliotheksbenutzer im Laufe von etwa zehn Jahren auch allerlei „Kurioses“, wie es Manke nennt - etwa einen Eiskratzer, Vanillezucker- und Backpulver-Tüten, eine Nagelfeile und eine Telefonkarte, die noch aus D-Mark-Zeiten stammt.

Auch Persönliches ist dabei wie eine Autogramm-Karte von den Jungen Zilltertalern, eine Hochzeitseinladung und viele Fotos - das ältesteste stammt aus dem Jahr 1985. „Es sind so viele Fotos, dass wir gar nicht alle aufhängen konnten“, sagt Manke. Sie haben aber alle Bilder aufgehoben. „Falls jemand ein bestimmtes Foto sucht, kann er gerne bei uns nachfragen“, bietet die Bibliotheksleiterin an.

Neben den Lichtbildern finden sich auch Gegenstände, die vermutlich mit Erinnerungen behaftet sind, zum Beispiel ein Parkticket aus Frankreich oder Schiri-Karten. Dann deutet Manke auf eine Altpapier-Rolle - das Überbleibsel einer Toilettenpapier-Rolle. „Da hatte wohl jemand gar nichts anderes mehr zur Verfügung“, vermutet Manke und lacht.

Die Ausstellungspinnwand ist nach Themen wie „Kurioses“, „Fotos“ und „Werbung“ sortiert. „Mit dabei sind selbstverständlich auch die ganz klassischen Lesezeichen“, sagt Manke und hält einen ganzen Stapel hoch.

Bibliotheken stark machen

Die zweiwöchige Ausstellung findet anlässlich der bundesweiten Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ statt, an der sich seit dem 24. bis zum 31. Oktober Büchereien - öffentliche und wissenschaftliche - in ganz Deutschland mit außergewöhnlichen Präsentationen, Ausstellungen, Vorlesestunden, Bibliotheksnächten und vielfältigen Aktionen sowie Serviceangeboten ins Rampenlicht rücken. „Es geht darum, die Bibliotheken stark zu machen“, erläutert Manke.

In der Bundesrepublik findet die Aktionswoche erst seit 2008 statt, in anderen Ländern gebe es sie laut Manke schon länger und sei sehr erfolgreich. Jedes Jahr steht die Aktionswoche zudem unter einem anderen Themenschwerpunkt - diesmal lautet er „Horizonte“.

Dahinter steht dem Deutschen Bibliotheksverband zufolge die Annahme: „Wer liest und lernt, erweitert seinen Horizont.“ Seinen Horizont erweitern garantiert auch die Besucher der Stadtbücherei, wenn sie an der Ausstellungspinnwand die Kreativität einiger Bibliotheksnutzer bewundern können, was alles als Lesezeichen verwendet werden kann. Der Fantasie sind laut Manke keine Grenzen gesetzt - sie überschreiten den Horizont.

Die Ausstellung ist noch bis Mittwoch, 7. November, während der Öffnungszeiten der Bibliothek zu besichtigen.

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