Der Literarische Frühling wird auf den Herbst verschoben, fast alle Autoren dabei

Literaturfestival in Waldeck-Frankenberg findet statt, aber ohne Gauck und Sawatzki

Mario Adorf: Der weltbekannte Schauspieler wird am 14. November in der Kulturhalle in Frankenberg aus seinem Leben erzählen. Das
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Mario Adorf: Der weltbekannte Schauspieler wird am 14. November in der Kulturhalle in Frankenberg aus seinem Leben erzählen. Das

Das vom Frühjahr auf den Herbst verschobene Literatur-Festival Literarischer Frühling in Waldeck-Frankenberg findet trotz steigender Coronazahlen vom 6. bis 15. November statt. Allerdings ohne Joachim Gauck und Andreas Sawatzki.

Waldeck-Frankenberg – Auch wenn die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigt, das von April auf den Herbst verschobene Literatur-Festival Literarischer Frühling in Waldeck-Frankenberg werde stattfinden, wenn auch in einer abgespeckten Form, sagt Festivalleiterin Christiane Kohl. Der Termin: vom 6. bis 15. November.

Zwei Veranstaltungen habe man „schweren Herzens“ ins nächste Jahr verschoben: Das Gespräch mit Alt-Bundespräsident Joachim Gauck und die Lesung der Schauspielerin Andrea Sawatzki. Für beide Veranstaltungen waren jeweils 500 Karten gebucht. „Das ist eine Veranstaltungsgröße, die derzeit nicht angemessen ist“, sagt Kohl. Gauck und Sawatzki hätten jedoch bereits zugesagt, beim Literarischen Frühling 2021 mitzuwirken: „Gauck kommt am 22. April, Sawatzki am 24. April 2021“, berichtet die Festivalleiterin und betont: „Alle Karten behalten ihre Gültigkeit“.

Am 6. November beginnt das Literaturfestival „Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ mit einem Preopening in der Kulturhalle Frankenberg mit der Autorin Mariana Leky. Am Samstag, 7. November, findet dann die offizielle Eröffnung in der Wandelhalle Bad Wildungen mit Autor Rüdiger Safranski statt.

Mit Blick auf die durch die Corona-Pandemie notwendigen Abstands- und Hygienerichtlinien seien viele Veranstaltungen in größere Räumlichkeiten verlegt worden, insgesamt aber bleibe das bisherige Programm des nordhessischen Literatur-Festivals weitgehend gültig. „Selbstverständlich hat der Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus auch für uns höchste Priorität“, erklärt Christiane Kohl. „Doch wir wollen zugleich unseren Beitrag dazu leisten, dass die Kultur nicht ganz unter die Räder kommt in diesen Tagen.“

Um die Gesundheit von Akteuren wie Zuschauern zu schützen, seien strenge Hygieneregeln zu befolgen. „Wir haben ein klares Konzept aufgestellt, das sowohl räumliche Trennungen als auch Verhaltensregeln umfasst“, betont Kohl, „und wir gehen davon aus, dass die Gäste des Literarischen Frühlings die Regeln ausnahmslos beherzigen werden“. Das neue Programm ist auf der Website literarischer-fruehling.de zu finden.

Dass das Festival Literarischer Frühling auf den Herbst – 6. bis 15. November – verschoben werden kann, sei der großen Flexibilität der eingeladenen Autorinnen und Autoren zu verdanken. „Dadurch konnten wir die allermeisten Lesungen und Diskussionen aus dem Frühjahrsprogramm übertragen“, sagt Festivalleiterin Christiane Kohl.

Sie räumt aber ein: „In einigen Fällen aber war dies, wie sich teilweise erst in jüngster Zeit ergeben hat, nicht möglich“. Zwei Veranstaltungen müssen ganz entfallen: die Lesung mit Rainer von Hessen über „die Battenbergs“ in Battenberg sowie der Auftritt von Johannes Willms mit seinem Buch über Charles de Gaulle. Anstelle von Johannes Willms haben die Veranstalter den Erfolgsautor Ingo Schulze gewonnen, der sein neues Buch „Die rechtschaffenen Mörder“ vorstellt.

Eintrittskarten: So wird die Rückgabe geregelt

Zur Handhabung mit den bereits erworbenen Eintrittskarten geben die Veranstalter Folgendes bekannt: Aus technischen Gründen sei es nicht möglich, die Änderungen der Örtlichkeiten in die Buchungssysteme von Ad-Ticket und Reservix einzupflegen. Auch sei die Kommunikation mit diesen Portalen sehr schwierig, sowohl für Karteninhaber als auch für die Veranstalter selbst. Deshalb dürfe man sich nicht irritieren lassen, wenn auf den Ticket-Portalen weiterhin die alten Orte angezeigt würden.

Auch die automatisierten Mails, welche die Buchungs-Portale derzeit an Karteninhaber aussenden, seien zumeist fehlerhaft. Um Klarheit zu schaffen, würden alle Inhaber von Karten in den nächsten Tagen angeschrieben, soweit ihre Email-Adressen ermittelt werden konnten.

„Jeder Beitrag hilft uns, über diese schwierige Zeit hinwegzukommen und das Festival auch für die Zukunft zu sichern.“

Veranstaltungsleiterin Christiane Kohl

Karteninhaber, die nicht erreicht werden konnten, werden gebeten, sich an die Veranstalter zu wenden unter: kontakt@literarischer-fruehling.de. Wer sein Ticket zurückgeben möchte, sollte dies auf demselben Weg tun, auf dem er das Ticket erworben hat – über die jeweilige Verkaufsstelle oder das Internet-Portal. „Wer den Literarischen Frühling unterstützen möchte“, so die Festivalleiterin Kohl, „hat aber auch die Möglichkeit, auf die Rückzahlung des Eintrittsgeldes zu verzichten und es zur Abdeckung der Mehrkosten, die in diesem Jahr allein durch Umplanungen, Ausfälle und Veranstaltungsverlegungen entstehen, zu spenden.“ In diesem Fall werde ebenfalls um eine Mitteilung unter der E-Mail-Adresse kontakt@literarischer-fruehling.de gebeten, die auch für Rückfragen aller Art genutzt werden kann. „Wir möchten eine Liste der Spender anlegen und hoffen, dass wir uns im nächsten oder übernächsten Jahr für diese Unterstützung revanchieren können“, erklärte Christiane Kohl.

Es gibt noch Karten für „Hier sind Löwen“ mit Katerina Poladjan, 13. November, 18 Uhr, Wandelhalle Bad Wildungen, die Kinderlesung „Nehmt euch vor Schabalu in acht!“, Oliver Scherz, 15. November, 15 Uhr, Schloss Waldeck und die Hölderlin-Revue mit Anne-Dore Krohn und Denis Scheck am 8. November, 14 Uhr, Wandelhalle. Es kann sein, dass auch zu anderen Veranstaltungen einzelne Plätze frei werden, wenn Karten zurückgegeben werden. Anfragen und Kartenkauf ausschließlich über kontakt@literarischer-fruehling.de. Von Martina Biedenbach

Die Veranstalter

Der „Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ wurde 2012 erstmals veranstaltet. Das Festival, das unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und Friedrich Christian Delius steht, wird seither jedes Jahr von drei Hotels aus Waldeck-Frankenberg organisiert - Hotel Die Sonne Frankenberg, Hotel Schloss Waldeck und Romantik-Hotel Landhaus Bärenmühle in Ellershausen. Die Hoteliers werden von mehr als 20 Firmen und Institutionen unterstützt.  nh/mab

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