Große Resonanz auf den achten Löhlbacher Kutschenkorso

Fast 40 Gespanne auf Kellerwaldsteig

+
Knapp vierzig Gespanne waren beim achten Kutschenkorso in Löhlbach dabei. Mit einer Rundfahrt durchs Dorf begann die Tour, dann ging es auf dem Kellerwaldsteig und dem Waldkulturerbe-Pfad durch den Wald in Richtung Haina. Fotos: Andrea Pauly

Haina-Löhlbach - Einst waren Pferdekutschen unverzichtbares Fortbewegungsmittel auf dem Land, heute sind sie eine Leidenschaft für Freunde von Tieren und Natur. Am Samstag trafen sich zum achten Mal zahlreiche Freunde des Fahrsports zum Kutschenkorso in Löhlbach.

Wenn eines den Kutschenkorso auszeichnet, dann die Vielfalt, und das gilt für die Kutschen ebenso wie für die Tiere, die sie ziehen. Vom Shetlandpony bis zum schweren Kaltblut reichte die Bandbreite der Pferde, die am Samstag im Kellerwalddorf zusammen aufbrachen. Und auch die Fahrer sind eine bunt gemischte Truppe mit ganz verschiedensten Kutschen: vom „Sonntagsfahrer“ mit polierten und geschmückten Wagen bis hin zum Feld-Wald-und-Wiesen-Fahrer mit „Geländefahrzeug“ oder Planwagen. Doch alle verbindet eines: Der Spaß am Kutschieren, das - vor allem in einer großen Gruppe - Können, Geschick und Erfahrung erfordert.

Zum Anspannen und Vorbereiten trafen sich die Fahrer auf einer großen Wiese im Gewerbegebiet. Dabei hatten die Fahrer viele Zuschauer: Interessierte schlenderten herum, schauten sich Kutschen und die Pferde an, beobachteten die Fahrer und ihre Helfer beim Anspannen und streichelten die Tiere.

Die weiteste Anreise hatte Nicole Bengfort zurückgelegt: Sie war 275 Kilometer weit von der holländischen Grenze in den Kellerwald gekommen. Auch aus dem Westerwald und Niedersachsen waren Fahrer vertreten.

Mit einer Rundfahrt durchs Dorf startete der Korso am Nachmittag: Zunächst wand sich die lange Schlange mit knapp 40 Ein- und Zweispännern die Bundesstraße entlang, dann ging es durch die Hainaer Straße und den Buschheckenweg wieder zurück. Die Löhlbacher Feuerwehr sorgte für die Sicherheit.

Vom Dorfrand aus führte die Tour dann in den Wald: Etwa zwei Stunden dauerte die Ausfahrt auf dem Kellerwaldsteig und dem neuen Waldkulturerbe-Weg. Die Organisation, zu der auch die Auswahl der Strecke gehörte, lag wieder in den Händen von Rainer Wilhelmi.

Auch in diesem Jahr verlief alles nach Plan - lediglich eine Reiterin stürzte vom Pferd, blieb aber unverletzt, so dass alle Teilnehmer wohlbehalten wieder in Löhlbach ankamen.

Dort erwartete die Fahrer und Gäste eine fröhliche Feier: Wie in jedem Jahr hatten die Mitglieder des Tennisvereins für Getränke, Gegrilltes und ein Kuchenbuffet gesorgt. Während die Kutschen unterwegs waren, hatten die Besucher Zeit, sich alte Landmaschinen und Traktoren anzusehen, für die Kinder gab es Bastelangebote. Abends spielte die Band „Midlife Crisis“. Bis in die Nacht feierten die Kutschfahrer und die Mitglieder des TC Kirchberg mit ihren Gästen.

Auch im nächsten Jahr soll der Kutschenkorso wieder stattfinden: Das letzte Augustwochenende ist mittlerweile ein fester Termin im Löhlbacher Jahresplan.

Von Andrea Pauly