Bauarbeiten am Frankenberger Bahnhof

Fehlende Parkplätze bereiten Pendlern Probleme

Frankenberg - Wenn der Ausbau des Bahnhofsumfeldes abgeschlossen ist, dürfte der Vorplatz zu einem Paradies für Parkplatzsuchende werden. Doch bis es so weit ist, müssen sich Pendler, Geschäftsinhaber und deren Kunden mit den Gegebenheiten arrangieren.

Frankenberg. Diana Freyer stellen die Bauarbeiten am Bahnhof vor Probleme. Fast täglich pendelt die Studentin von Viermünden zur Uni nach Gießen. Dafür konnte sie ihr Auto bislang morgens in Frankenberg abstellen und in den Zug umsteigen. Mit Beginn des Ausbaus des Bahnhofsumfeldes sind die Parkplätze aber auf einen Schlag allesamt weggefallen.

Die 25-Jährige wandte sich zunächst an die Stadt und hoffte, alternative Parkmöglichkeiten vorgeschlagen zu bekommen. Doch dort konnte ihr nicht geholfen werden. Ein Mitarbeiter der Bahn empfahl Diana Freyer, auf Parkplätze gegenüber der Freikirchlich-Evangelischen Gemeinde oberhalb des Bahnhofs auszuweichen. „Das funktionierte eine Woche, doch die Parkplätze dort sind jetzt auch aufgerissen“, berichtet die Studentin.

Bessere Übergangslösung

Die Suche nach Parkmöglichkeiten in der Umgebung gestalte sich schwierig. Der Inhaber eines Supermarktes habe sie darauf hingewiesen, dass bei ihm nur Kunden parken dürften. Und die kostenfreien Parkplätze am Landratsamt seien schon frühmorgens belegt. „Jeden Tag ein Ticket für sechs oder sieben Euro zu ziehen, kann ich mir als Studentin nicht leisten“, erklärt die 25-Jährige ihre Problematik.

Und damit sei sie nicht allein. „Einige Pendler kennt man ja. Manche fahren jetzt zum Beispiel bis nach Birkenbringhausen und lassen das Auto dort stehen.“ Diana Freyer selbst lässt sich nun morgens von ihrer Familie fahren. Der Bus ist für sie keine Option, da damit die frühen Züge nicht erreichbar sind. Auch sei es schon vorgekommen, dass sie wegen der langen Parkplatzsuche die Bahn verpasst habe. „Das ist ärgerlich und problematisch“, findet die Studentin. Insgesamt steht sie dem Projekt sehr positiv gegenüber, der Umbau sei gut und sinnvoll. Sie hätte sich lediglich eine bessere Übergangslösung gewünscht.

Wolfgang Danzeglocke von der Stadt Frankenberg verweist auf Parkmöglichkeiten im Wohngebiet im Bereich Breslauer Straße und Sudetenstraße: „Wir wissen, dass es nicht optimal ist, wenn alle Parkplätze auf einmal wegfallen. Aber das lässt sich leider nicht ändern.“ Im Vorfeld hätte es Zählungen der Pendler in den Zügen gegeben - 25 Wochen- und Tagespendler gebe es demnach, die in Frankenberg vom Auto in die Bahn umsteigen. Diese seien über die Auswirkungen der Bauarbeiten informiert worden.

Ab September sollen die Parkplätze am Bahnhof dann auch wieder zur Verfügung stehen - insgesamt sind 89 Park-and-ride-Plätze geplant.

„Kunden werden vergrault“

Doch nicht nur Pendler müssen sich auf die Situation am Bahnhof einstellen - auch die Geschäftsinhaber und Kunden in der Straße „Am Bahnhof“ betrifft der akute Parkplatzmangel. Rüdiger Richter, Inhaber der Buchhandlung Hykel, ärgert sich, dass zum Beispiel auch Autofahrer, die nur kurz auf dem Bürgersteig halten, einen Hinweiszettel von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes bekommen würden. Darauf der Vermerk: Hier bitte nicht parken. „Es verirren sich durch die Bauarbeiten sowieso weniger Kunden hierher, dadurch werden sie zusätzlich vergrault“, glaubt Richter.

Teilweise würden Baufahrzeuge auf den ohnehin rar gesäten Parkplätzen stehen. Richter wünscht sich mehr Kulanz seitens des Ordnungsamtes. „Ich kalkuliere Abstriche bei der Kundschaft mit ein. Dass diese aber dann ständig zurechtgewiesen wird, stört enorm.“ Das sei nicht mehr die Einkaufsstadt mit Herz.

Zum Parken auf dem Bürgersteig hat Wolfgang Danzeglocke eine klare Meinung: „Das ist verboten, das können wir nicht dulden.“ Doch seien die Mitarbeiter des Ordnungsamtes durchaus kulant. Seit Beginn der Bauarbeiten seien keine Straf-, sondern lediglich die Hinweiszettel an Falschparker verteilt worden. „Wir wollen das Geschäft nicht vermiesen“, sagt Danzeglocke. (tt)

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